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17. Februar 2011 4 17 /02 /Februar /2011 17:09

Sehr geehrter Herr N.N.!
Vielen Dank für Ihr Mail. Sie werfen eine schwierige Frage auf, vor der auch einige Ihrer Schicksalsgenossen stehen. Was wird mit denen, die irgendwie doch die Kurve gekriegt haben und vor der Sozialhilfebedürftigkeit bewahrt blieben? Auch sie haben Recht auf eine wie auch immer gewichtete Anrechnung und Entschädigung für ihre Mißhandlungen und Ausbeutung.
Über einen Heimleiter hörte ich, daß er einem ehemaligen Heimkind vorgeworfen habe, dieser sei wohl doch selber schuld an seinem Schicksal, denn andere, also Leute wie Sie, wären doch damit fertig geworden und hätten es zu was gebracht.
Wenn ich es richtig sehe, werden Sie nichts kriegen, obwohl Sie Recht haben. Ich könnte nun hinzufügen, daß Leute wie Sie am ehesten den langen Atem haben, sich ihr Recht zu holen, doch ich weiß selber, daß Recht haben und Recht bekommen zweierlei sind. Es wäre eine faule Ausrede, Sie auf das Jüngste Gericht zu vertrösten.
Rein formal: Sie können sich mit Ihren Ansprüchen an das noch existierende Büro des Runden Tisches wenden. Ich habe von dort bisher noch keine Antwort bekommen. Sie können auch den Fortgang der Einrichtung von Anlaufstellen verfolgen, um dort „vorstellig“ zu werden. Doch Sie merken schon, daß ich mir dort für Sie nichts erwarte, und für die sozial bedürftigen ehemaligen Heimkinder nur erbärmlich wenig.
Ich sage es kraß: Der Betrug an den ehemaligen Heimkindern findet gegenwärtig seine Fortsetzung.
Es tut mir leid, Ihnen nichts anderes sagen zu können.
Mit freundlichem Gruß
dierk schäfer
http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/02/17/sehr-geehrter-herr-n-n/

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Published by Helmut Jacob
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