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26. Januar 2011 3 26 /01 /Januar /2011 18:34

Der Runde Tisch sexueller Missbrauch will im April 2011 seine Empfehlungen an den Bundestag abgeben. Über eine Entschädigungssumme wurde noch nicht diskutiert. Die Katholische Kirche und der Jesuitenorden preschen vor. Motto: Grenzpflöcke setzen und Fakten schaffen. Sie bieten 5.000€. 4.000€ sollen die "Erziehungsheim-Zöglinge" erhalten. Sie protestieren. Der Protest klingelt in den Ohren der Kirchen. Also legt man nach. 1.000€ mehr könnte ja die Gemüter beruhigen. Die Evangelische Kirche wird nachziehen.

 

Katholische Kirche will Missbrauchsopfer entschädigen - Bis zu 5000 Euro möglich
Die deutschen Bischöfe schließen bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern offenbar einen Alleingang nicht mehr aus. Als wahrscheinlich gilt, dass sich die katholischen Kirche am Angebot des Jesuitenordens orientiert. Dann bekäme jedes Opfer etwa 5000 Euro.
(sey) Ende April will der von der Bundesregierung eingerichtete Runde Tisch zum Thema Kindesmissbrauch seinen Abschlussbericht vorstellen. Darin sollen nach Angaben der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann (SPD) auch Empfehlungen zu finanziellen Hilfen für die Opfer stehen. Den betroffenen Institutionen stehe es aber frei, "mit gutem Beispiel voranzugehen und eigene Regeln für die Entschädigung aufzustellen", so Bergmann.
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-TV-Katholische-Kirche-will-Missbrauchsopfer-entschaedigen-Bis-zu-5000-Euro-moeglich;art806,2665750

 

25.01.2011 Der Jesuitenorden kündigt an, Opfer des sexuellen Missbrauchs in seinen Internaten schnell zu entschädigen. Allerdings bloß mit 5.000 Euro pro Person.
Der Jesuitenorden will die Missbrauchsopfer an seinen Schulen "möglichst bald" entschädigen. Das kündigte der Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, in einem Interview mit der taz an. Bei "angenommenen 5.000 Euro" pro Person, so erklärte der Geistliche, wären das bei 205 anerkannten Opfern eine Million Euro. Er sicherte zu, es werde "keine komplizierte Verfahren" geben für die Opfer: "Wir haben sie anerkannt und werden auszahlen." Der Leiter der Jesuitenschule sagte, er sei nicht der Einzige, der dafür kämpfe, "dass es bald kommt".
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/orden-will-zahlen/

 

Zynisch und schäbig - Kommentar von Christian Stiller
(moz) Als der Rektor des Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, vor einem Jahr an der Jesuiten-Schule 22 Fälle sexuellen Missbrauchs, die schon Jahre zurücklagen, öffentlich machte, löste er eine regelrechte Lawine aus. ... Vielmehr hat der Skandal deutlich gemacht, wie tief Strukturen und Dogmen reformbedürftig sind, damit es zu einer Vertuschung solcher Fälle nicht mehr kommen kann.
Die Opfer wird das gewiss nur schwer versöhnen, wie auch die von den Jesuiten angebotene Entschädigung. Sexuelle Gewalt sowie ein womöglich verpfuschtes Leben infolge dieser traumatischen Erfahrungen lässt sich eh nicht mit Geld wiedergutmachen, allenfalls lindern. Das Leid jedoch mit nur 5000 Euro „anzuerkennen“, ist nicht nur zynisch, sondern auch schäbig.
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/279484/

ECKIGER TISCH
Pressemitteilung vom 27. Januar 2011
Stellungnahme zur schriftlichen Ankündigung des Jesuitenordens,
den Missbrauchsopfern, „die sich im vergangenen Jahr gemeldet
haben … in zwei bis drei Monaten … nach Prüfung eines
entsprechenden Antrags eine Zahlung von 5000,- Euro anzubieten“
Wir stellen fest, dass der Jesuitenorden sein bisher über die Presse gemachtes
Angebot nunmehr auch gegenüber den Betroffenen wiederholt hat − vier Monate
nach den ersten Berichten darüber. Weitere Monate der Prüfung werden
angekündigt.
Wir sind verwundert, dass dieses Angebot offensichtlich an ein wie auch immer
geartetes Antragsverfahren gekoppelt werden soll. Ebenso verwundert sind wir
darüber, dass der Orden erneut um Geduld bittet, da er offensichtlich die
Zustimmung der Bischöfe und der anderen Orden zu seinem Vorgehen abwarten
möchte. Vor diesem Hintergrund sind wir skeptisch, ob es in drei Monaten
tatsächlich zu einem solchen Angebot kommen wird.
Die in Aussicht gestellten 5.000 Euro sind unangemessen. ...
http://www.eckiger-tisch.de/wp-content/uploads/2011/01/PM_ECKIGER-TISCH_27-01-2011.pdf

02.03.2011 Entschädigung
Katholische Kirche bietet Missbrauchsopfern bis zu 5000 Euro an
Es ist die Untergrenze der in Gerichtsurteilen üblichen Summen: Die katholische Kirche verspricht Opfern sexuellen Missbrauchs bis zu 5000 Euro Entschädigung - je nach Schwere des Falls. Damit preschten die Bischöfe am Runden Tisch in Berlin vor. ...
Opfervertreter haben sich empört über das Entschädigungsangebot der katholischen Kirche geäußert. "Es ist schäbig, wie die reichste Kirche der Welt versucht, sich aus der Affäre zu ziehen", sagte der Sprecher der Opfergruppe Eckiger Tisch, Matthias Katsch, der "Frankfurter Rundschau".
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,748671,00.html
Der nun bekannt gegebene Entschädigungsbetrag von im Regelfall bis zu 5.000 Euro entspricht dabei dem, was der Jesuitenorden zuvor bereits für die in seinem Bereich betroffenen Opfer angekündigt hatte. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hatte das Angebot der Jesuiten mehrfach als Orientierung auch für die gesamte Katholische Kirche bezeichnet.
http://www.focus.de/panorama/vermischtes/missbrauch-katholische-kirche-will-opfer-von-sexuellem-missbrauch-entschaedigen_aid_604974.html


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Published by Helmut Jacob
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