Raffgierig, wie jetzt überall behauptet und fleißig von einer Internetplattform auf die andere kopiert, ist Regina van Dinther nicht. Wer so etwas pauschal behauptet, kennt sie nicht oder unterstellt böswillig.
Sie war 17, als ich sie kennenlernte. Im Rahmen jährlich wiederkehrender Freizeitprogramme einer Einrichtung für Behinderte, die ich organisierte, war sie mit ihrem großen Familien- und Freundschaftskreis unentbehrlich. Ohne sie, die Einsätze ihrer Freunde bis zur Erschöpfung, ohne die unzähligen kostenlosen Mahlzeiten, die sie und ihre Familie auf jeder Freizeitmaßnahme reichhaltig zur Verfügung stellten und das unermüdliche soziale Engagement lief nichts. Dafür gab es keinen Pfennig.
Wer heute in ihrem großen Wohn- und Esszimmer sitzt, ist meist in Gesellschaft von 10 bis 30 Personen. An allen Festen, zahlreichen Wochenenden und sogar während ihrer Abwesentheit tummeln sich unzähliche Gruppen in ihrem Garten, die alle beköstigt werden. Sie lädt sehr viele Gruppen mit Migrationshintergrund ein. Dabei gehen kistenweise Würste und Getränke über die Gartentische.
Insider wissen, daß sie sehr viel spendet, daß beispielsweise die Evangelische Stiftung Volmarstein, Behinderte überhaupt, aber auch Menschen auf der Schattenseite des Lebens, ihre besonderen Anliegen sind.
Was übrigens überhaupt nicht bekannt ist: Eine kleine Wohnung hält sie ständig für Menschen bereit, die mal eben eine Unterkunft brauchen. Oft belegen sie diese Wohnung über Wochen und Monate.
In das Bild einer raffgierigen Person passt auch nicht ihr sonstiges teures soziales Engagement. Das Haus, das sie preisgünstig erwarb, weil es ziemlich renovierungsbedürftig war, beherbergte noch einen Mieter. Leicht hätte sie Eigenbedarf anmelden können, hatte sie doch zwei Familien dort unterzubringen. Sie setzte den Mieter nur wenige Tage vor seine Wohnungstür, um nämlich seine Wohnung auf ihre Kosten behindertengerecht zu renovieren und einzurichten. Der Mieter war behindert. Als Herr P. krank war, besuchte sie ihn nach der Landtagsarbeit fast abendlich im Krankenhaus; dies bis zu seinem Lebensende. Auch organisierte sie seine Beerdigung. Immer dann, wenn ich bei van Dinthers zu Gast war, hatte auch er seinen Platz an dem großen Tisch.
Obwohl oberste Repräsentantin von NRW wirft man van Dinther auch vor, dass sie einen Dienstwagen aus der BMW 7er-Gruppe mit Chauffeur hat. Diesen Chauffeur habe ich nur ein einziges Mal gesehen, als sie ihn nach einem langen Abend zum Kaffee einlud. Da wir etliche Veranstaltungen gemeinsam besuchen, zumal sie Mitglied im Chor ist, müsste das Dienstfahrzeug öfter aufgefallen sein. Man sah sie bei solchen Veranstaltungen immer selbst hinter dem Steuer ihres eigenen Autos.
Richtig raffgierig kann man auch folgendes Verhalten nicht bezeichnen: Am Tage ihrer Feierlichkeiten zur Einführung als Landtagspräsidentin steckte ihr Mann auf der Autobahn im Stau. Man bot ihr an, ihn per Hubschrauber aus dem Autobahnverkehr herauszuholen, damit er pünktlich an der Feier teilnehmen könne. Dies lehnte sie entschieden ab: „Mein Mann kommt schon hinterher, keine Sorge, auch wenn es etwas später wird.“ Was hätte dem Land dieser Hubschraubereinsatz gekostet?
Wer raffgierig ist, hat keine Zeit und darum auch kein Ohr für die Sorgen und Nöte fremder Menschen, er nutzt solche Zeit, um die Kasse klingeln zu lassen. Van Dinther ist anders. Immer wieder werden und wurden ihr persönliche Nöte vorgetragen. Es ist bekannt, dass ihr soziale Ungerechtigkeiten zuwider sind. Darum befasst sie sich neben ihren sonstigen Tätigkeiten auch mit unzähligen persönlichen Problemen.
In der Presse wird sie dargestellt als eine feine Dame („Feten-Queen“), die von einem Empfang zum anderen eilt und das Sektglas nicht mehr abstellt. Insider wissen natürlich, dass sie keinen Alkohol trinkt, dass sie an den Gläsern nippen muss, damit jene, die es ihr hinterher ankreiden, ihr exklusives Bild haben. In ihrem Haus stehen Orangensaft und Milch. Ihre Gäste bekommen schonmal Wein angeboten; sie trinkt Saft.
Oft stelle ich mir die Frage, woher sie die Kraft nimmt, sich neben ihrer beruflichen Arbeit an allen freien Tagen privat zu engagieren. Kenner der Familie wissen, dass sie mit ihrer Gesundheit schludert. Sie nimmt wenig bis gar keine Rücksicht auf ihre Gesundheit. Was sie am Tag und am Abend nicht erledigen kann, hängt sie hintenan. Um ihren Freundeskreis aufrecht zu erhalten, fährt sie oft nachts durch die Gegend und schaut bei einzelnen vorbei. Man müsste zuviel Persönliches über sie und ihr Umfeld preisgeben, wenn man dies belegen würde. Als sie das letzte Mal meine Wohnung verließ, war es 1.30 Uhr nachts. Ihr Ehemann drängte, weil die Fahrt nach Hattingen vor ihr lag und ihr nächster Termin bereits für 9 Uhr angesetzt war.