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Jesuiten - Mehr als scheinheilig

Jesuiten - Mehr als scheinheilig
Neue Kritik an den Jesuiten
Anders als zugesagt erhalten Opfer körperlicher Gewalt vorerst kein Geld
... Rudolf Jekel stellte einen Antrag auf Entschädigung. Vor einer Woche bekam er einen weiteren Brief von Kiechle. „Mit guten Wünschen zum Osterfest“ kündigte der Jesuitenprovinzial an, dass sich die Entschädigung für die Gewaltopfer hinziehen werde. „Aus Gerechtigkeitsgründen“ wolle man abwarten, bis die Politik die Heimkinder entschädige. ...
Für Rudolf Jekel klingt Kiechles Osterbrief wie eine erneute Verhöhnung seiner Leiden. „Sie wissen seit über 15 Monaten von den Schandtaten, die Jesuitenpatres begangen haben und verkündigen seit dem September letzten Jahres, an die Opfer dieser Verbrechen eine Genugtuungszahlung leisten zu wollen und nun erklären Sie mir, für Misshandlungsfälle noch keine Regelung gefunden zu haben“, schrieb er an Kiechle. „Ihre Bitte um Verständnis für weitere Verzögerungen weise ich zurück.“ Der Hinweis, sich weiter zu gedulden, mache ihn „sprachlos“. ...
http://www.tagesspiegel.de/politik/neue-kritik-an-den-jesuiten/4118264.html


Dierk Schaefer: Mehr als scheinheilig

Veröffentlicht in heimkinder, Politik von dierkschaefer am 1. Mai 2011

Der Runde Tisch als Berufsungsausrede hat zwei Jahre lang funktioniert, um Forderungen abzuwehren, weil niemand den Ergebnissen vorgreifen wollte. Das war schon scheinheilig genug. Nun funktioniert er weiterhin für die Ausrede, man müsse erst auf die Umsetzung der Ergebnisse durch die Politik warten. Geradezu teuflisch genial!

Wenn nun aber die Jesuiten meinen, sich erst als Gerechtigkeitsapostel in der Öffentlichkeit gerieren zu müssen und den Leuten damit den Mund wässerig machen, dann aber mit Grüßen für ein frohes Osterfest nicht nur auf dieses, sondern auch auf die in Aussicht gestellte Leistung vertrösten, dann kann ich das nur eine Spitzenleistung in Scheinheiligkeit nennen.

 „Aus Gerechtigkeitsgründen“ wolle man abwarten, bis die Politik die Heimkinder entschädige. „Der Runde Tisch Heimkinder hat in seiner abschließenden Sitzung im Dezember ein Modell vorgeschlagen, wie Gewaltopfern in Kinderheimen durch Zahlungen geholfen werden soll. … Dieses Modell ist leider von der Politik noch nicht umgesetzt worden“, heißt es in dem Brief weiter. Aber sobald dies der Fall ist, würden die Ordensgemeinschaften „ein ähnliches Modell vorlegen“.

http://www.tagesspiegel.de/politik/neue-kritik-an-den-jesuiten/4118264.html [Sonntag, 1. Mai 2011]

 

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