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18. September 2011 7 18 /09 /September /2011 19:20

Saturday, 17. september 2011

Arbeitskreis Fondumsetzung Heimerziehung - AFH

Erklärung des Arbeitskreises Fondsumsetzung Heimerziehung
Stand: 14.09.2011

Am 10.9.2011 hat sich auf einer Arbeitstagung in Berlin ein Arbeitskreis aus engagierten ehemaligen Heimkindern gebildet. Dieser Arbeitskreis hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Vorgaben des Abschlussberichtes des Rundes Tisches Heimerziehung sowie die dementsprechende Beschlussfassung des Bundestages (sowie der Länder und Kirchen) für die Umsetzung der Fonds zu begleiten. Dies ist keine Anerkennung der gefundenen öffentlichen Lösungsvorschläge, sondern der von vielen ehemaligen Heimkindern gewünschte Versuch, wenigstens eine angemessene Leistungsvergabe der Fonds sicherzustellen. Die grundsätzliche Kritik an der Fondslösung bleibt bestehen und wird weiterhin auch vom Arbeitskreis mit Nachdruck verfolgt: Nur eine Entschädigung, wie von den ehemaligen Heimkindern im Abschlussbericht gefordert, kann eine weitgehende Befriedungsfunktion (wenn auch keine Wiedergutmachung) sein für das den ehemaligen Heimkindern zugefügte und von der Bundesregierung, den Ländern und Kirchen eingeräumte umfassende Unrecht, insbesondere Zwangsarbeit, Misshandlungen und sexualisierte Gewalt und damit eingeräumten Grundrechts- Menschenrechtsverletzungen. Wer das nur auf einen sozialarbeiterischen Ausgleich von Folgeschäden reduzieren will, anerkennt nach wie vor nicht das zugefügte Unrecht.
 

 

Gleichwohl beteiligt sich der AFH an der Umsetzung der Fonds und entsendet drei gewählte VertreterInnen (Frau Tkocz, Herr Bahr, Herr Schiltsky), StellvertreterInnen (Frau Döring, Frau Springsguth, Frau Potter) sowie Herrn Prof. Schruth als Ombudsmann in den vom Bund geleiteten Arbeitskreis „Leistungsrichtlinien“ (der Fonds), in der Hoffnung, besser als das am Runden Tisch Heimerziehung gelang, an allen Entscheidungsprozessen des Arbeitskreises in Transparenz und Gleichberechtigung mitwirken zu können.  

Der Arbeitskreis wird bis Ende des Jahres monatlich tagen und Teil der Beteiligung am Arbeitskreis Leistungsrichtlinien der Fonds sein, die Öffentlichkeit informieren, ob und wie die Fondslösung ein ernsthafter Versuch ist, offen für die Bedürfnisse und Probleme der ehemaligen Heimkinder Lösungen zu entwickeln sowie für deren Umsetzung niedrigschwellige, nicht abschreckend behördliche Anlaufstellen zu schaffen.

Der AFH

 

Wir sollten den Strick nicht knoten, den uns der Henker um den Hals legen will – Zur Verteilung des Opferfonds

Kommentar:

Die entscheidende Aussage kann man verkürzen:

Gleichwohl beteiligt sich der AFH an der Umsetzung der Fonds … in der Hoffnung, besser als das am Runden Tisch Heimerziehung gelang, an allen Entscheidungsprozessen des Arbeitskreises in Transparenz und Gleichberechtigung mitwirken zu können.“

Zunächst stellt sich die entscheidende Frage: Sind die Opfer, die in dem Kreis AFH mitarbeiten, für oder gegen den Opferfonds? Wenn sie dafür sind, müssen sie das offen artikulieren, damit alle, die dagegen sind, wissen, wer sie vertritt. Es muss verhindert werden, dass mit „gezinkten Karten“ gespielt wird.

Im übrigen sprengt es meine Vorstellungskraft, in einer Gruppe aktiv zu sein, die an einer Umsetzung eines Vorschlages arbeitet, der von der Mehrheit der Opfer eindeutig abgelehnt wird. Ich verweise auf die klaren und eindeutigen Ergebnisse der Umfragen des VEH und des Herrn Dierk Schäfer. Die Umfragen besagen, dass der Opferfonds abgelehnt wird.

Als nächstes drängt sich mir die Frage auf, wer die Opfervertreter am AFH legitimiert hat, die Opfer zu vertreten? Es kann doch nicht sein, dass da eine Gruppe unter Schruth wurschtelt, ohne einen klaren Auftrag von den Opfern zu erhalten. Hier müssten doch zumindest die Opfer gefragt werden, die sich in den letzten Jahren in der Aufarbeitung der Verbrechen öffentlich gemeldet haben und den eindeutigen Wunsch der Opfer unterstützen. Es kann auch nicht sein, dass die Opferanwälte Kappeler und Schäfer wieder von vornherein ausgeschlossen werden. Es wäre doch die verdammte Pflicht, diese beiden Personen zumindest zu fragen, wenn nicht sogar zu bitten, in der Arbeitsgruppe AFH mitzuarbeiten, damit die Opfer nicht ein weiteres Mal über den Tisch gezogen werden. Der verkürzte Satz beinhaltet das Wort „Transparenz“. Was gilt es da noch transparent zu machen? Die Fakten sind doch klar.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wieder einmal – wie bei der Schmusefete der EKD und des DW am 11. September in Berlin (man beachte das Bild http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/kirche-und-diakonie-sind-schuldig-geworden48267 , in dem das Opfer mediengerecht in die Zange genommen wird; der väterliche Blick des EKD-Chefs und der Gönnerblick des DW-Chefs) - Opfer dafür herhalten sollen, den Skandal des RTH abzufedern. Denn eins steht jetzt schon fest: Die AFH-Arbeit unter Schruth wird ein multimediales Finale finden. Wahrscheinlich wieder mit einem schönen Bild, das aussagt: Die Opfer sind befriedigt; was haben wir doch diesen armen Menschen geholfen.

Wenn die Opfervertreter der großen Gruppe der Opfer einen Gefallen tun wollen, dann lassen sie Schruth allein in seiner Gruppe werkeln und vermitteln ihm damit den einzigen Satz, den er und andere Gegner der Heimopfer verstehen: So nicht!

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Published by Helmut Jacob
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