»… seine Kirchentreuen haben die Frage nach der Existenz Gottes längst bejaht. Welche Frage aber fällt den Suchenden und Kirchenfernen wohl zuerst ein vor diesem Besuch?
Vielleicht die Frage nach dem immer noch nicht aufgearbeiteten Missbrauchsskandal hier und in anderen Teilen der Weltkirche? Oder die Frage, ob 5000 Euro für das Leid einer vergewaltigten Kinderseele angemessen sind? Womöglich treibt viele Menschen hierzulande auch die Frage um, warum es ein barmherziger Gott zulassen kann, dass seine vermeintlichen Vertreter auf Erden so unbarmherzig erscheinen können, wenn sie auf Menschen treffen, deren Ehe gescheitert ist und die dennoch eine neue Bindung suchen. Oder auf Menschen, deren einziges „Vergehen“ es ist, sich zum eigenen Geschlecht hingezogen zu fühlen. Vielleicht beschäftigt sie auch das: Warum für einen Hausmeister oder eine Krankenschwester im kirchlichen Dienst nicht dieselben Arbeitnehmer- und Tarifrechte gelten wie sonst in der deutschen Wirtschaft. Oder auch, was bei einer angeblichen Trennung von Staat und Kirche Religionsvertreter in Rundfunkräten öffentlich-rechtlicher Sender zu suchen haben.«
http://www.stern.de/panorama/wort-zum-sonntag-des-papstes-keine-sensationen-keine-hoffnungen-1729055.html Sonntag, 18. September 2011
Es lohnt auch ein Klick auf:
http://www.stern.de/panorama/papstbesuch-benedikt-xvi-laesst-die-deutschen-kalt-1727835.html
Übrigens: Einige regen sich darüber auf, daß ca. 100 Abgeordnete der Papstrede im Bundestag fernbleiben wollen. Doch wenn dann immer noch rund 500 Abgeordnete zugegen sind, bezeugen sie damit mehr Respekt dem Papst gegenüber, als der spärlich besetzte Bundestag in der Heimkinderdebatte bewiesen hat.