Es erscheint am sinnvollsten, die Aufarbeitung von Biografien an der Basis
durchzuführen. Dazu bieten die Träger der früheren Heime Gespräche,
Besichtigungen und Akteneinsicht an. Es besteht das Angebot,
psychologische Hilfen zu vermitteln.
Dazu Jacob:
St. Florian delegiert, damit's die Rechtnachfolger der Täter nichts kostet
25. Was fordern die ehemaligen Heimkinder?
Bisher haben relativ wenige der geschätzten 700.000 ehemaligen Heimkinder Forderungen
erhoben. Im Vordergrund stehen die Offenlegung der Zustände der Heimerziehung
und die Anerkennung des erfahrenen Leids. Nur von einem Teil der Betroffenen
werden öffentliche Entschuldigungen oder finanzielle Entschädigungen gefordert.
Dazu im Zwischenbericht des Runden Tisches Heimkinder: Nach Auswertung von 124 eingegangenen Fragebögen ergibt
sich das Bild, dass etwa drei Viertel der Befragten von den ei-
genen Erfahrungen berichten möchten, dass ebenso viele eine
finanzielle Entschädigung fordern, etwa zwei Drittel eine Ent-
schuldigung erwarten, etwas über die Hälfte Hilfe bei der Ak-
teneinsicht benötigen und die Hälfte Hilfe bei der Anerken-
nung ihrer Rentenansprüche erhoffen (Mehrfachnennungen
waren möglich).