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23. Oktober 2010 6 23 /10 /Oktober /2010 20:24

Die Opfergruppe schreibt:

 

Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit für unser Anliegen, denn wir möchten Sie freundlich bitten,
für uns bei der Bergischen Diakonie Aprath (BDA) zu intervenieren.
Wir sind eine Gruppe ehemaliger Heimkindern der 60“ 70“ Jahre aus dem Erziehungsheim „Gut an der Linde“ in Bensberg- Moitzfeld, der Nachkriegsjahre 1951 bis 1973 (ca.) der BDA. Diese
Erziehungseinrichtung war auf Jungen mit normaler Intelligenz ausgerichtet, die angeblich mit der
Umwelt nicht zu Recht kamen.
Ausgelöst durch die öffentliche Diskussion über die „schwarze Pädagogik“ und den Kindesmissbrauch
in den Erziehungsheimen der Nachkriegszeit, die überwiegend in kirchlicher Trägerschaft waren,
haben wir uns nach Jahrzehnten, zumeist über Heimkinderforen, wieder gefunden. Beginnend vor
etwa einem Jahr haben wir die BDA mit ihrer unrühmlichen Vergangenheit, Akteneinsichtsersuchen,
Hilfe bei der Aufarbeitung, Fragen und Wiedergutmachungsforderungen konfrontiert. Das Heim wurde
von uns zumeist als die schlimmste Fürsorgehölle erlebt.
Herr Pfarrer Peter Iwand, der jetzige Vorstand der BDA, hat uns über die Presse und Homepage der
BDA mit den Worten „ich mache es mir zu Eigen, denn ich stehe in einer Verantwortung und
stehe auch als Person dafür ein“ vor Monaten Aufklärung und Transparenz zugesagt. Tatsächlich
bemüht sie die BDA aber kaum, sondern schmettert unsere Anliegen größtenteils ab. Fragen werden
nicht beantwortet, Akteneinsichtsersuchen monatelang verzögert, das Problem verharmlost,
beschönigt und klein geredet und unser Schaden in Abrede gestellt.

 

Der Einrichtung wird vorgeworfen:

 

Die Stigmatisierung - die Heimjungen wurden im Ort geschnitten!
Die Prügel durch Erzieher und größere Jungen!
Der sexuelle Missbrauch durch Erzieher und größere Jungen!
Die Unzucht mit Abhängigen!
Die Zwangsarbeit bei Bauern etc.!
Die Bestrafungen wegen jeder Kleinigkeit!
Der ständige Zu- und Abgang von Jungen – Freunde waren auf einmal weg!
Der Essenszwang - man wurde gezwungen auch den ekeligsten Fraß zu essen!
Die Einheitskleidung - damit war man schon von weitem als Heimkind zu erkennen!
Der ständige Gruppenwechsel – man musste ständig die Gruppe/Ersatzfamilie wechseln!
Die gesellschaftliche Abschottung – das Heim war eine Welt für sich!
Der ständige Erzieherwechsel, bzw. der Austausch oder die Kündigung unliebsamer Erzieher!
Die sexuellen Kontakte untereinander – auch Heimjungen haben Bedürfnisse nach Nähe!
Die ärmlichen Verhältnisse ohne Besitz – es passte alles in ein winziges Fach!
Die zeitweise verdreckten und baufällige Unterkünfte und Gebäude!
Das Fernhalten von Bildung – man wurde nur auf Volkschule und einfache Berufe getrimmt!
Das Fernhalten von Mädchen – Kontakte zur Orts- Jugend wurden nicht gefördert!
Der systembedingte Einfluss von kriminell vorbelasteten Jungen!
Die fehlende menschliche Zuwendung durch die Erzieher!
Die ständigen Eigentumsdelikte in der Nachbarschaft!
Die unzureichenden fachlichen Qualifikationen der Erzieher!
Das Verbot von Körperkontakt durch Erzieher – kein Streicheln, Knuddeln oder Umarmen
Die Erzieher und die BDA Zentrale/Vorstände bedrohten sich gegenseitig mit Kündigung!
Die Erzieher und Jugendlichen gingen letztendlich prügelnd aufeinander los!
Das Heim war insgesamt verwahrlost!
Das Mobiliar war demoliert!

 

Opfer klagen über Behinderungen und Verzögerungen der Aufarbeitung durch die Bergische Diakonie Aprat:


Die Mitarbeiter der BDA - Vorstände, Heimleier, Erzieher – haben, anders als andere in anderen
Heimen, nie Ehemaligentreffen organisiert und sie geben uns die damaligen Anschriften bzw.
Elternanschriften trotz mehrfacher Bitten nicht heraus. Das erschwert uns die Suche nach unseren
damaligen Heimkameraden, die oft mehr Familie für uns waren als unsere biologischen
Herkunftsfamilien. Dieser Umgang mit uns, „den ehemaligen Heimkindern“, legt den Schluss nahe,
dass man nicht will, dass wir mit unseren damaligen Heimfreunden Kontakt aufnehmen. Hintergrund
ist unseres Erachtens, dass die Verantwortlichen der BDA nicht wollen, dass wir uns „sammeln“ und
so immer mehr Unrecht aufdecken können, welches ihre damaligen Vorstände organisiert und die
Mitarbeiter im Heim umgesetzt haben. Offensichtlich ist den Verantwortlichen der „gute Ruf“
wichtiger als die Ansprüche „ihrer“ ehemaligen Heimkinder.

 

Sie bitten uns und Sie:

 

Wir bitten Sie, dass Sie die BDA auf ihre Verpflichtung gegenüber uns ehemaligen Heimkindern
schriftlich hinweisen, insbesondere den verantwortlichen Vorstand. Ihre Bereitschaft vorausgesetzt,
würden wir uns freuen, wenn Sie uns an die obigen Absender bzw. eine Kopie zukommen lassen.
 

 

Die Anschrift der BDA : Bergische Diakonie Aprath - Otto-Ohl-Weg 10 - 42489 Wülfrath
Die eMail der BDA
Vorstand: vorstand@bergische-diakonie.de
Sekretariat Vorstand: marion.achinger@bergische-diakonie.de
Vorstandsvorsitzender Pfarrer Peter Iwand: peter.iwand@bergische-diakonie.de
 

 

Unter dem Link http://amd.co.at/anti/moitzfeld/ können Sie sich vorerst einen Überblick über die
Fürsorgehölle verschaffen. Leider dürfen wir die aussagekräftigsten Aktenteile aufgrund des
Daten- und Sozialschutzes im Internet vorerst nicht veröffentlichen.

 

Schluss des Appells:

 

Vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen haben, es freut uns von Ihnen zu hören. Wir sind am
Ende und hoffen auf Sie.
Mit freundlichen Grüßen
Die Gemeinschaftsaktion einiger ehemaliger Heimkinder aus „Gut an der Linde“

 

Ich, Helmut Jacob, Betreiber dieses Blogs, rufe auf:

Bitte schreiben Sie!

Infos:

Diakonie Aprath Interview Pfarrer Iwand Sommer 2010: http://www.youtube.com/watch?v=5PK2fEmTkeE&feature=related

Aprath Pfarrer Iwand Pfarrer Schneider über zu hohe Kosten für eine wissenschaftliche Aufarbeitung:http://www.youtube.com/watch?v=VNAVgqgUf3A

Über die Einrichtung: http://amd.co.at/anti/moitzfeld/

kompl. Brief der Opfergruppe: http://amd.co.at/anti/moitzfeld/BDA_Rundschreiben.pdf

 

 

 

 

 

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Published by Helmut Jacob
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