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3. Oktober 2012 3 03 /10 /Oktober /2012 23:14

Additum 665 – Eichelglatzen

2. Oktober. 2012

Heilige Würmer an Sancta Nongrata

Liebe Nongrata,

nur der Mensch führt Beschneidungen durch. Kein Tier tut sowas. Dabei benötigt der männliche Mensch doch seine gottgegebene schlabbrige Kleidung über seinem Genital. Was wäre wohl Adam nach seiner Vertreibung aus dem Paradies zugestoßen, hätte er sich ohne diese Schutzkleidung durchs Gestrüpp schlagen müssen? Denn da kam die sauische Brombeere, und da kamen die heftige Brennessel und die lange Distel. Niemals würde der naturerfahrene Adam seinen Söhnen Kain und Abel den wichtigen Schutz abgetrennt haben, selbst wenn ein noch so scharfes Messer an seiner Hüfte gebaumelt hätte. Aber auch die anderen Säuger unserer Erde – man denke nur an das Pferd oder den Bullen – wollen nicht ungeschützt in der Gegend stehen, wollen keinen Sonnenbrand kriegen und wollen nicht, dass Mücken in den wohldurchbluteten, nahrhaften Bereich stechen.

Der Mensch ist der rätselhafteste Säuger dieses Planeten. Am 2. September 2012 beschrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 35, S. 6) unter der Überschrift „Jakobs Beschneidung“ einen seltsamen Ritus des Menschen und verwies auf das Video „The Circumcision of Jacob Chai“ http://www.youtube.com/watch?v=xTxD61-8ppw,  [nicht mehr verfügbar] ein Video, das dem deutschen Ethikrat, der Beschneidungen mit Betäubung empfiehlt, teilweise gezeigt wurde. Kurzes Zitat: „Einer der Männer greift zu einem Glas und nimmt einen Schluck Wein in den Mund. Dann beugt er sich zu Jakob hinunter, der immer noch entblößt daliegt. Mit seinem Gesicht ist der Mann zwischen Jakobs Beinen, er berührt den Penis des Kindes mit seinem Mund und saugt das Blut von der Wunde. Es ist ein Ritual der Ultra-Orthodoxen. Für sie gehört es zur Beschneidung, auch wenn dadurch schon Kinder durch Herpes infiziert wurden. Manche erlitten infolge der Infektion bleibende Hirnschäden. Andere starben.“

Mit fundamentalem Unverständnis fragen wir: Aus welchem Grund muss der Mensch sich Tropfen vom Blut des Penis eines Säuglings einverleiben? Warum wird er zum religiösen Vampir? Wegen seiner intimen Verbindung zu Gott? Da preisen wir doch unseren zarten Butterblumengott. Mit dem gibt es sowas nicht.

Ein feministischer Mensch sprach sich kürzlich in seiner Zeitung für die Beschneidung aus und argumentierte, ohne Beschneidung könnten sich „Schmutz und Viren“ unter der Vorhaut sammeln und bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr zu Krankheiten führen. Muss man daraus folgern, dass die Nichtbeschnittenen – das sind zwei Drittel der männlichen Menschen – an geschützter Stelle dreckig sind und von weiblichen Menschen gemieden werden sollten? Dann aber stellt sich die Frage: Warum nur hat der Schöpfer bei der Erschaffung des Adam derart schlampig gearbeitet, dass eine Nachbesserung angesagt ist? War etwa doch nicht alles gut, als Gott am siebten Tag ruhte? War ihm ausgerechnet das Fortpflanzungswerkzeug Adams misslungen? Wenn nun aber der Allmächtige sein Werkstück Adam verbockt hat – warum nur schaffte er seinen Lapsus nicht durch Mutation oder ein stilles Wunder aus der Welt? Seinem armen Sohn Jesus wäre dann wenigstens die Tortur der Beschneidung erspart geblieben und der Mutter Maria das Mitleiden. Und wie ist das eigentlich mit den Schamlippen Evas – hat Gott mit deren Schaffung auch einen Fehler gemacht? Immerhin lassen sich Schmutz und Viren nicht so einfach aus den weiblichen Falten kärchern wie beispielsweise bedauernswerte Würmer und Erdreich aus Grassoden, die Gartenplatten überlappen. Auch die feministische Person weiß das, weiß auch um die Abtrennungen von Schamlippen. Vielleicht sollte Gott alle Überlappungen abschaffen und am besten den Begriff Überlappung verbieten…

Warum eigentlich gehen weibliche Menschen nicht vehement gegen die Beschneidung ihrer Söhne vor und springen den Frommschneidern ins Gesicht? Stattdessen ordnen sie sich deren Diktat unter, obwohl sie fühlen, dass eine Beschneidung barbarisch ist, und obwohl sie wissen, dass Eichelglatzen bei Licht besehen nicht sonderlich schön sind.

Da das Genital des männlichen Menschen der Gestalt des Wurmes ähnlich sieht, sind wir naturgemäß allergisch, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass daran rumgeschnippelt wird. Die Menschen könnten es stattdessen segnen und taufen, da hat ja keiner was gegen. Wir sind auch gereizt und aufgebracht, weil wir wissen: Menschen nehmen nicht nur Beschneidungen vor. Grausam und genitalienvernagelt wie sie sind, haben sie noch schlimmere, geradezu entsetzliche Praktiken in ihrem Repertoire. Denn beim Foltern – wahrscheinlich just in dieser Minute irgendwo auf der Welt – nutzen von Staats wegen folternde Menschen das Genital als Anschlussstelle für Elektroschocks und andere entsetzliche Taten. Und da ist kein Gott, der da Einhalt gebietet und kein Stellvertreter auf Erden, der auch nur einen Mucks dazu sagt und für die unter Folter leidenden Menschen in aller Öffentlichkeit betet – jedenfalls nicht, dass wir davon wüssten. Der Mensch, der sich gern als Krone der Schöpfung bezeichnet, kann das Ekligste der Schöpfung sein. Deshalb, liebe Nongrata, lass uns auf die Blumen konzentrieren.

Ceterum censimus, bellum et tormentum et tormentum et tormentum tormentumque tormentumque tormentumque esse interdicenda.

~~~~~~~~~  !

Heilige Würmer

WIDER DIE FOLTER !

http://Wider-die-folter.blogspot.com

 

Genehmigung zur Veröffentlichung:

 

Guten Abend!

Gerne. Freue mich darüber. Kein Wunder, das dem Helmut Jacob das Leid des kleinen Jacob ans Herz geht.

Herzliche Grüße 

Heilige Würmer 

email: 03.12.12

 

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Published by Helmut Jacob
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