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15. Dezember 2010 3 15 /12 /Dezember /2010 15:59

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Zeichen setzen und Stachel im Fleisch der Gesellschaft werden

 

Dazu dient diese Grafik. Sie verdeutlicht: Der Staat und die Kirchen haben sich ein zweites Mal an den ehemaligen Heimkindern vergangen. Der Tag ihres Vergehens ist fest markiert: 13. 12. 2010. Wo immer auch diese Grafik erscheint, wird an diese Schande erinnert. Denn das ist jetzt das wichtigste Anliegen der Täterseite: den Mantel des Vergessens um diesen Skandal zu legen. Sie wollen zur Tagespolitik zurückkehren und dieses Thema nie wieder im Munde führen. Auch die Presse soll den Sündenfall vom 13. Dezember ganz schnell abhaken. Drei schwache Opfervertreter von Vollmers Gnaden wurden öffentlich vorgeführt. Sie klammern sich an ein Versprechen, das im wahrsten Sinne des Wortes ein Ver-sprechen ist. Dass der Fond keinen Deckel hat, bei Bedarf neu gefüllt werden kann, glauben nur einfältige Menschen. In fünf Jahren werden vielleicht noch einmal 10 Mio. Euro nachgeschoben, weil Pastorin Vollmer von ihrem Altersruhesitz aus noch einmal den Moralapostel spielt und an eine Zusage erinnert, die ein juristisches Windei ist; ein Rechtsanspruch besteht nicht. Und danach ist der Deckel endgültig verplombt. Die ehemaligen Heimkinder werden seelischen Striptease vor jenen Behörden vorführen müssen, bei denen sie Almosen aus dem Opferfonds erbetteln sollen. Ob das Buch über Freistatt den damals geschundenen Zwangsarbeitern die Tür zur Kasse öffnet, darf bezweifelt werden, weil ja individuell geholfen werden soll. Andere Opfergruppen schauen in die Röhre. Selbst das Buch über Volmarstein und eine ausführliche Homepage der Opfer wird den gequälten behinderten Klein- und Schulkindern nicht den Lebensabend erträglicher machen. Sie fallen, wie immer in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, hinten runter.

Wenn die Geschlagenen, die Gefolterten, die Vergewaltigten, die gesundheitlich Ruinierten, die Zwangsgefütterten, die heute Sprachbehinderten, die im Leben Gestrandeten, die Armen und Verzweifelten nicht wollen, dass die Verbrechen an ihnen vergessen werden, müssen sie selbst Zeichen setzen. Jedes Schriftstück, jede Email, jedes Telefax sollte ab sofort ein solches Zeichen tragen, damit wir Heimopfer Stachel im Fleisch der Gesellschaft werden. Dieser Stachel könnte auch unser Symbol der jährlich wiederkehrenden Erinnerung sein an einen schwarzen Tag in der Geschichte Deutschlands, an den 13. Dezember 2010.

 

http://helmutjacob.over-blog.de/article-zeichen-setzen-und-stachel-im-fleisch-der-gesellschaft-werden-63073414.html

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Published by Helmut Jacob
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