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22. November 2013 5 22 /11 /November /2013 17:28

Im Diakonieverbund Schweicheln e. V. wurden in den vergangenen über 100 Jahren seiner Geschichte weit über 20.000 Kinder und Jugendliche betreut. Die im Einzelfall sehr unterschiedlich lange Zeit der Heimerziehung hat die Menschen für ihr gesamtes weiteres Leben geprägt. Zahlreiche Menschen bewerten diese prägende Zeit positiv und für sie förderlich. Für einige war es aber auch eine Zeit mit negativen Auswirkungen auf ihr weiteres Leben.“ So gibt der Diakonieverbund in seiner Homepage auf der Seite „Ehemalige Kinder und Jugendliche“ Auskunft.

http://www.diakonieverbund.de/Ehemalige/EhemaligeKinderUndJugendliche

Offensichtlich stellt sich die Einrichtung ihrer Vergangenheit. Immerhin ist die Rubrik „Ehemalige Kinder und Jugendliche“ gleich auf der Startseite http://www.diakonieverbund.de/ zu finden.

Da sind andere Einrichtungen wesentlich zurückhaltender. Die „Diakonische Stiftung Wittekindshof“ http://www.wittekindshof.de/ versteckt ihre schwarze Vergangenheit unter der Rubrik „Presse und Materialien“ http://www.wittekindshof.de/wittekindshof/presse-und-materialien/presse-und-materialien.html hinter einem Mini-Bildchen mit der Überschrift „Historische Aufarbeitung“ und einem darunter befindlichen Link „Forschungsstudien“. Bild und Link leiten weiter zur Seite „Aufarbeitung der Geschichte“. http://www.wittekindshof.de/wittekindshof/der-wittekindshof/aufarbeitung-der-geschichte/d3ba0a2/aufarbeitung-der-geschichte.html

Die Evangelische Stiftung Volmarstein hält sich noch bedeckter. Selbst 15 Minuten Durchklicken der Links auf der Homepage http://www.esv.de/ brachten keinen Erfolg. Der Zeichner des Beitrages hat bei der Abteilung Öffentlichkeit der Evangelischen Stiftung nachgefragt: „Ich schreibe gerade einen Artikel über den misslungenen Versuch des Diakonieverbundes Schweicheln, eines ihrer Opfer durch den Ankauf seines Hauses zum Schweigen zu bringen. Auf der Homepage dieses Verbundes fand ich allerdings direkt auf der Startseite einen Link zur schwarzen Vergangenheit dieser Einrichtung. Der Wittekindshof versteckt sie unter dem Link "Aufarbeitung der Geschichte".
Auf Ihrer Homepage ist nun gar nichts mehr zu finden. Wie tief muss ich graben, um zur schwarzen Geschichte der Evangelischen Stiftung zu gelangen? Vielleicht kann ich im Anhang meines Artikels Ihre entsprechenden Links nachreichen.“

Allerdings füllt die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“, eine Opferinitiative, schon jetzt diese Lücke: http://gewalt-im-jhh.de/ . Auch auf ihrer zweiten Homepage http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/index.html findet sich die Evangelische Stiftung Volmarstein wieder. Ebenso im privaten Blog des Verfassers: http://helmutjacob.over-blog.de/ .

Wolfgang Focke ist ehemaliges Heimkind. Auf der Seite http://www.vehev.org/Lebensberichte%208.html beschreibt er sein Leben von Kindheit an. Die Jahre sind geprägt von Gewalt in allen Facetten bis hin zu erfahrenen Sexualdelikten. Dieses ihm zugefügte Leid schreit er nun in die Welt hinaus. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit erzählt Focke, welchen Torturen er ausgesetzt war und er stellt Forderungen. Nämlich nach Entschädigung. Unter dem Link http://www.bing.com/search?q=wolfgang%20focke&pc=conduit&ptag=A8414FBC821EF46828CF&form=CONOMX&conlogo=CT3210127&ShowAppsUI=1 finden sich weitere Hinweise über ihn.

In ihrer Onlineausgabe vom 14. November 2013 schreibt die Zeitung „Westfalen-Blatt“:

„Warum kauft die Diakonie das Haus eines Ex-Heimkindes? Wolfgang Focke bekommt etwa 68.000 Euro und soll nicht darüber sprechen.“ Die Online-Zeitung weiter: „Der Deal sollte eigentlich geheim bleiben: Der Diakonieverbund Schweicheln hat einem früheren Heimkind sein Haus abgekauft und ihm lebenslanges Wohnrecht eingeräumt. Sollte der Mann so zum Schweigen gebracht werden?“ http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2013-11-14-warum-kauft-die-diakonie-das-haus-eines-ex-heimkindes-9295501/613/. In der gleichen Ausgabe erwähnt Focke einen ersten Vertragsentwurf, der eine Schweigeklausel mit Strafandrohung beinhaltete: „Diesen Entwurf hat es gegeben. Aber ich habe mich geweigert, ihn zu unterschreiben.“

Als die Empörung über einen solchen Entwurf Wellen schlug, dementierte der Diakonieverbund umgehend. „Es ist uns aber nie darum gegangen, Herrn Focke mundtot zu machen. Dass im ersten Kaufvertragsentwurf eine Klausel stand, die ihm bei Strafandrohung zur Verschwiegenheit verpflichtete, war ein Versehen des Notars.“

Warum hat Wolfgang Focke sein Haus überhaupt verkauft? Der Diakonieverbund: „Herr Focke war 2010 in einer finanziellen Notsituation. Ihm drohte der Verlust des Hauses.“ Wolfgang Focke hingegen: „Ich kann nachweisen, dass ich nicht mit einer einzigen Rate für mein Haus im Rückstand gewesen bin.“ 2010 habe er von der Diakonie 78.000 € Schmerzensgeld gefordert. Er habe sich „dann auf den Hausverkauf und das lebenslange Wohnrecht geeinigt.“

 

Hier steht Aussage gegen Aussage. Was allerdings bleibt, ist ein fahler Nachgeschmack: Der Knebelvertrag, der angeblich versehentlich zugestellt wurde.

 

Westfalenblatt-265-Focke.jpg

 

Diakonieverbund Schweicheln, Wolfgang Focke, Heimkinder, Heimopfer, Evangelische Kirche

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Published by Helmut Jacob
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