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25. Oktober 2013 5 25 /10 /Oktober /2013 15:32

Pressemitteilung/Information

Werden Sie arm für Ihre Opfer! – Verein ehemaliger Heimkinder mahnt Bischöfe

„Kehren Sie um!“. Mit dieser Mahnung leitet der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ (VeH), eine Selbsthilfegruppe für Heimopfer in der Nachkriegszeit, seine Forderungen an alle evangelischen und katholischen Bischöfe ein. In Ihrem Brief an 47 Katholische und Evangelische Bischöfe verweist die Sprecherin Heidi Dettinger auf die Verbrechen, auch unter kirchlichen Dächern, bis in den 80er Jahren. Schläge und Folter, Medikamentenmissbrauch und medizinische Experimente, Isolationshaft und Zwangsarbeit, und nicht zuletzt den sexuellen Missbrauch Abhängiger ruft sie in Erinnerung. 

Die hohen Kosten für die Renovierungen und Neubauten von Bischofsresidenzen brachten das „Fass zum Überlaufen“. Fast 80 Millionen € für das Bistum Limburg und die Diözese Rottenburg. Bekannt ist, dass die beiden großen Kirchen jeweils nur 15 Millionen € in den Opferfonds eingezahlt habe. Helmut Jacob, Vertreter einer Gruppe behinderter Heimopfer, dazu: „Im Durchschnitt erhält jedes Opfer aus dem Fonds 5.000,- €. Das heißt im Klartext: Evangelische oder Katholische Kirchen haben pro Opfer lediglich 850,- € übrig.“ Dies ist nach Ansicht der Behindertenvertretung „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ und des VeH ein Skandal. 

Heidi Dettinger verweist auf einen weiteren Skandal: „Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht mit eingerechnet.“ Dettinger weiter: „Auch die alten Menschen in den Heimen fallen durchs Raster.“

Die Sprecherin des VeH fragt die Bischöfe zu ihrer Entschädigungsmoral ganz konkret: „Müsste sich die ... Kirche ob dieser Diskrepanzen nicht in Grund und Boden schämen?“ Und weiter: „Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche Milliardenbeträge hortet und für ihre eigenen Opfer lediglich Almosen bereit hält?“

Konkret fordert der VeH den Verkauf aller Luxusfahrzeuge, die Umgestaltungen der Residenzen in Urlaubshäuser für Opfer, den Verkauf von Immobilien und Kunstgegenständen. Der VeH hat auch einen notwendigen Verwendungszweck parat: „Nutzen Sie die eingesparten Millionenbeträge, um den Opfern der ... Kirche einen würdigen Lebensabend außerhalb einer Pflegeeinrichtung zu ermöglichen!“

Die Briefe im Wortlaut: http://gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_7/Brief_des_VeH_an_ev_und_kath_Bischofe_201013.doc

 

Verein ehemaliger Heimkinder, VeH, Freie Arbeitsgruppe JHH 2006, FAG JHH 2006, Runder Tisch Heimerziehung, RTH, Opferfonds, Katholische Kirche, Evangelische Kirche

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Published by Helmut Jacob
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