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18. September 2013 3 18 /09 /September /2013 13:56

An den Vorsitzenden der

Deutschen Bischofskonferenz

Erzbischof Robert Zollitsch

Kaiserstraße 161

53113 Bonn

Fax: 0228 / 103-299

 

 

"Bitte, macht euch nicht lächerlich! Seid Heilige, oder aber geht zurück in eure Diözesen und arbeitet als Pfarrer." 

"Es tut mir weh, wenn ich einen Priester oder eine Nonne in einem nagelneuen Auto sehe".

 

 Sehr geehrter Herr Zollitsch,

diese Zitate stammen nicht von mir. Sie stammen von Ihrem obersten Chef Papst Franziskus. Er ist es auch, der – man hat das Gefühl, fluchtartig - die Suite des Papstes verlassen hat und ins Gästehaus Santa Marta gezogen ist. "Dort bin ich nicht isoliert", soll er geäußert haben.

In den letzten Tagen wird er auch Bischof Tebartz die Leviten gelesen haben. Nicht umsonst stammelte dieser eine Entschuldigung, die in etlichen katholischen Kirchen verlesen wurde.

Papst Franziskus hat die Marschrichtung vorgegeben: Jetzt ist Schluss mit Prunk und Geprotze! Er selbst fährt einen Ford Focus und erwartet von allen kirchlichen Mitarbeitern, Sparsamkeit zu üben und Gebrauchtwagen zu nutzen. Der Ausbau der Bischofsresidenz in Limburg ist ihm ein Greuel. Auch andere Residenzen heißt er nicht gut. So in Rottenburg das Bischöfliche Ordinariat. Der evangelische Theologe im Ruhestand, Dierk Schäfer aus Bad Boll, hat das Anwesen fotografiert. Sie finden die Fotos unter

http://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9648665787/lightbox/

In den drei Nachkriegsjahrzehnten und bis heute haben unbeschreibliche Verbrechen in allen Facetten unter den Dächern der Katholischen Kirche stattgefunden. Sie reichen von brutalsten Schlägen bis hin zu Vergewaltigungen von jugendlichen Männern und Frauen. Selbst Kinder mussten für die perversen Gelüste von katholischen Erziehern, Patern und Priestern ihren Körper hinhalten. Neben den physischen und sexuellen Gewalttexzessen wurden sie auch psychisch gequält. Unvergessen ist die Geschichte einer Frau, die als kleines Kind von einer Nonne zu nächtlicher Stunde durch den Heimflur zum Hinterhof gezerrt wurde. Dort wurde dem Kind eine Schaufel in die Hand gedrückt mit der Aufforderung: Du schaufelst jetzt dein eigenes Grab! Ihr wurde mitgeteilt, sie habe sich dort hineinzulegen, um von der Ordensschwester dann lebendig begraben zu werden. Einen winzigen Einblick in die Verbrechen der Katholischen Kirche finden Sie auch auf der Homepage einer Gruppe behinderter Opfer:

www.gewalt-im-jhh.de

Auf den Seiten „Blick über den Tellerrand“ finden Sie das, was als Hölle auf Erden bezeichnet werden kann. Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen, und dies ist ein geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht eingerechnet. Auch die älteren Menschen in den Heimen fallen durchs Raster.

Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche zusammen mit der evangelischen Seite 30 Millionen Euro und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes, für sein Leben gezeichnete Opfer, 5.000,-€. Der Umbau der Bischofsresidenz von Tebartz kostet wenigstens 10 Millionen Euro. Genaue Zahlen wird der Kirchensteuerzahler nie erfahren. Müsste sich die Katholische Kirche angesichts dieser Diskrepanz nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche für Luxus und Geprotze Kirchengelder aus dem Fenster wirft und für ihre Opfer lediglich Almosen bereithält?

Kehren Sie um! Werden Sie arm für die Ärmsten! Werden Sie arm für die Opfer Ihrer Katholischen Kirche! Führen Sie diese Luxusresidenzen einer neuen Bestimmung zu und machen sie daraus beispielsweise Urlaubs- und Erholungshäuser für Ihre Opfer und ihre Angehörigen! Nutzen Sie die Großküchen für Armenspeisungen und das bischöfliche Büro als Konferenzsaal für Heimkinder, die um ihre Rechte kämpfen. Verkaufen Sie die Luxuskarossen und legen Sie sich Kleinwagen zu! Nutzen Sie die eingesparten Millionenbeträge, um den Opfern der Katholischen Kirche einen würdigen Lebensabend außerhalb eines Heimes zu ermöglichen! Wann endlich fangen Sie an, den unter Ihren Dächern geschändeten, zusammengeschlagenen, in der Psyche vernichteten Menschen eine echte Entschädigung zu zahlen? Wären Sie damit einverstanden, wenn ich Ihre Dienstlimousine zu Schrott fahren, den Außenspiegel reparieren und dann sagen würde: „Sorry, mehr ist nicht drin.“?

Diesen Offenen Brief stelle ich ins Internet, weil viele Opfer infolge ihrer Misshandlungen in der Gesellschaft gescheitert sind und mangels Einkommen keine finanziellen Möglichkeiten haben, sich aus der Presse und anderen Medien zu informieren. Auf dieser Seite werden wir ebenfalls Ihre Antwort abdrucken. Sie sind es den Opfern Ihrer Kirche schuldig, auf die Forderungen der Opfer einzugehen.

Mit freundlichem Gruß

Helmut Jacob 

 

Prunk und Geprotze der Katholischen Kirche

Fotoserie von Dierk Schaefer, Bad Boll (mit Dank für die Zustimmung zur Veröffentlichung)

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copyright Dierk Schäfer, Bad Boll

http://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9648665787/lightbox/


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Published by Helmut Jacob
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