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17. Juli 2014 4 17 /07 /Juli /2014 23:02

Fürsorgepflicht gegenüber Opfern Ihres Unternehmens – OFFENER BRIEF
an
Stephansstift Hannover
Kirchröder Strasse 44
30625 Hannover

13.Juli 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Unterzeichner, sind eine Interessengemeinschaft ehemaliger Heimkinder, die in den Jahren 1949 – 1975 in einer der vom Stephansstift Hannover betriebenen Kinderverwahranstalten – von Ihnen Kinderheime genannt – verwahrt und Opfer von Misshandlungen und sexueller Missbräuche wurden.

Die Unabhängige Kommission der evangelischen Landeskirche Hannovers sprach den Unterzeichnern in Anerkennung erlittenen Leides Zahlungen zu. 

Laut dem Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, ist Geld für die Opfer in jedem Fall hilfreich, “aber es kommt auf die faktische Hilfe in der Lebenssituation der Menschen an” - so Künkel.

Diese faktische Hilfe fordern wir hiermit vom Schadensverursacher Stephansstift Hannover ein!

Als Wiedergutmachung fordern wir im Bedarfsfall für die Opfer einen kostenlosen Heimplatz in einem der vom Stephansstift betriebenen Altenheime. Die Unterbringung hat in einem Einzelzimmer zu erfolgen, Selbstbeteiligungen  der Unterzeichner an den Kosten für Unterbringung, Verpflegung und ggfs. Pflege werden vertraglich ausgeschlossen. Einzelheiten werden zwischen den Parteien vereinbart und vertraglich abgesichert.

In den von Ihnen veröffentlichten Leitsätzen Ihres Unternehmens finden sich Bekenntnisse wie

- “Wir sind verantwortlich für unser Tun”

- “Unsere Arbeit ist auf den Menschen ausgerichtet”  

- “Grundlage unserer diakonischen Arbeit ist der christliche Glaube”

Hehre Worte – und wir nehmen Sie beim Wort!

Die damals im Stephansstift Hannover geprügelten, schikanierten, ausgebeuteten und sexuell als Lustsklaven missbrauchten Kinder sind heute alte Menschen. Das Stephansstift zahlte ihnen weder Arbeitslohn für die Zwangsarbeit noch Beiträge zur Rentenversicherung (also erfüllter Straftatbestand der Hinterziehung von Sozialabgaben!). Schul-und Berufsausbildungen wurden in den meisten Fällen nicht erlaubt, die Opfer wurden als rechtlose Arbeitssklaven an Bauern und Unternehmen verliehen, oder durch heimeigene Betriebe (z.B. Landwirtschaft) ausgebeutet.

Durch diese Sklavenhalterpraktik des Stephansstiftes wurden den Opfern jegliche Chancen für ein normales Leben mit wirtschaftlich erträglichen Berufsbedingungen genommen. Die Opfer sind heute Empfänger von Kleinstrenten oder gar Sozialhilfeleistungen. 

Das Stephansstift erwarb oder erstellte mit dem aus Kinderarbeit erzielten Geld Immobilien, kaufte nach dem Mauerfall auch in der Ex-DDR Immobilien auf.

Die Opfer der Schwarzen Pädagogik Ihrer Firma Stephansstift gingen leer aus!

“Wir sind verantwortlich für unser Tun” lautet einer Ihrer hehren Leitsätze. 

Übernehmen Sie also Verantwortung für die Verbrechen Ihrer ehemaligen Mitarbeiter Ihres florierenden Unternehmens! Gewähren Sie den Opfern genau die Fürsorge, die Sie den Tätern von damals (und deren Angehörigen) auch heute noch gewähren!

Wir erinnern an die in der Gliederung Ihrer Leitsätze nachlesbaren Bekenntnisse:

- “Wir kooperieren miteinander und mit unseren Partnern”.

- “Wir gehen partnerschaftlich und vertrauensvoll miteinander um”

- “Wir gestalten unser Handeln transparent”

- “Mit unserer Aussenwirkung stehen wir für unsere Arbeit”

und  - besonders schön zu lesen -

- “Wir sind verantwortlich für unser Tun”

An diesen Leitsätzen wird die Öffentlichkeit SIE messen.

Lassen Sie uns bitte wissen, ob die in Ihren hehren Leitsätzen gemachten Aussagen auch für die Opfer Ihres Unternehmens gelten. Nach Erhalt Ihrer Antwort setzen wir uns wieder mit Ihnen in Verbindung.

Mit freundlichen Grüssen

Interessengemeinschaft Stephansstift-Opfer

i.A.

Erich Kronschnabel

Unterzeichner: (alle Opfer sexuellen Missbrauchs)
(im per Briefpost versandten Original sind die Namen der Unterzeichner aufgeführt)

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Published by Helmut Jacob
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