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25. Januar 2010 1 25 /01 /Januar /2010 23:55

Vortrag Dr. Häusler (Dachverband Diakonie - Auszug:

Die Diakonie und die Frage der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre


Die Einrichtungen sind seit 2006 mehrfach aufgefordert worden, keinerlei
Unterlagen zur Heimerziehung aus dieser Zeit mehr zu vernichten, und in der Regel bedurfte es dieser Aufforderung gar nicht. Es ist ja nicht so, dass Akten vernichtet wurden, um Dinge zu verheimlichen, sondern weil die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen nur eine zehnjährige Aufbewahrung zur Pflicht machen und der große Umfang vorhandener Unterlagen eine Aussonderung einfach praktikabel und geboten erscheinen ließ.
...
Wo in den Einrichtungen Unterlagen zu einzelnen ehemaligen Heimkindern vorhanden sind, werden sie auch zugänglich gemacht. Mir ist aus der Diakonie kein Fall bekannt, in dem jemandem der Zugang zu vorhandenen, sie oder ihn betreffenden Unterlagen verweigert worden wäre, auch wenn ich manchmal einen allgemeinen Vorwurf dieser Art höre, bei dem es sich wohl eher um einen Verdacht handelt.
...
Das Forschungsprojekt ist inhaltlich ganz unabhängig. Es handelt sich also nicht um eine
Auftragsforschung, sondern um ein Drittmittelprojekt, bei dem die Diakonie, die Caritas und
die Kirchen sich lediglich vertraglich zur Finanzierung des größten Teils der
Untersuchungskosten bereit erklärt haben und dafür die Forschungsergebnisse nutzen
können. Diese Unabhängigkeit ist aber auch schon durch die Ansiedlung des Projekts an
einer angesehenen Universität sicher gestellt.

Immer wieder hören wir schließlich auch Stimmen von Menschen, denen es im Heim gut ging, und die das Heim als behüteten Ort gegenüber den Zumutungen ihres früheren Lebens empfanden und Förderung erfahren haben.

Dr. Michael Häusler

(Fett-Kennzeichnung Jacob)


Mein Zwischenruf:
Zu den meisten Punkten wurde ausreichend Stellung bezogen, nicht zuletzt wurde beispielsweise festgestellt, daß ganze Aktenberge abgesoffen sind. Eine Bemerkung zum letzten, Fett dargestellten Satz: Hier zeigt sich, wie gut Ökumene doch funktioniert, und dies ohne Worte. Solche Sätze finden sich systematisch in öffentlichen Verlautbarungen beider Kirchen und kirchlicher Heime. Sie sind nicht nachprüfbar. Ich halte es wie Zollitsch, der noch vor kurzem behauptete, die Zahl der Opfer bewege sich im unteren dreistelligen Bereich. Ich behaupte: Die Zahl der Stimmen, denen es im Heim gut ging, bewegt sich im unteren dreistelligen Bereich.

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Published by Helmut Jacob
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