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9. März 2012 5 09 /03 /März /2012 14:56

Delmenhorster-Kurier-2-16022012.jpg

unten rechts die Entschuldigung des "Delmenhorster Kurier"

Es gibt gute und schlechte Pädagogen; das weiß ich aus jahrzehntelanger Erfahrung. Aber so schlecht können Pädagogen nicht sein, wenn sie in einem sensiblen Bereich eingesetzt sind. Darum hatte ich berechtigte Zweifel an einem Bericht des „Delmenhorster Kurier“. Ich konfrontierte Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, mit Zitaten seiner Mitarbeiterin Ingrid Fink, Ansprechpartnerin für den Fonds „Heimerziehung“ in seiner Stadt Delmenhorst. 

http://helmutjacob.over-blog.de/article-schlampiger-journalismus-in-sachen-heimkinder-der-weser-kurier-99902735.html

 

Es hat meine Vorstellungskraft gesprengt, dass eine seriöse Zeitung so schlampig zitieren kann oder einfach Aussagen erfindet. Darum bin ich in dem Brief an den OB zur Weitergabe an Ingrid Fink mit ihr nicht gerade zimperlich umgegangen. Allerdings habe ich ihr auch geschrieben: „Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich die Pressemitteilung oder Sie falsch verstanden habe. Und wenn der Weser Kurier Sie falsch zitiert und/oder ihren akademischen Titel falsch wiedergegeben hat, sollten Sie zu Ihrer Ehrenrettung auf eine umgehende Gegendarstellung bestehen.“

 

Der „Delmenhorster Kurier“ hat schlampig gearbeitet. Er musste in seiner Ausgabe vom 16. Februar 2012 Farbe bekennen: 

„Unüberlegte Wortwahl

Delmenhorst. In unserem Bericht „Hilfe für ehemalige Heimkinder" teilte uns Ingrid Fink, Ansprechpartnerin der Stadt Delmenhorst für den Fonds „Heimerziehung", mit, dass bereits einige Heimkinder mit ihr Kontakt aufgenommen hätten. Als Bezeichnung wählten wir dabei „zehn Stück". Wir wollten damit niemanden herabsetzen und bitten, diese unüberlegte und wenig sensible Wortwahl zu entschuldigen.“

Allerdings findet sich diese Entschuldigung sehr klein und versteckt unter „Nachrichten in Kürze“ als Zwölfzeiler in der untersten rechten Ecke. So groß kann die Reue nicht gewesen sein. 

 

Anders die Betroffenheit des Oberbürgermeisters. Er ließ schreiben: 

„wie von Ihnen per Schreiben vom 22. Februar 2012 gewünscht, übersende ich im Auftrag des Oberbürgermeisters die Entschuldigung des Delmenhorster Kuriers vom 16. Februar 2012. Zu dem erhalten Sie die Stellungnahme der Stadt Delmenhorst, welche auf der städtischen Internetseite www.delmenhorst.de veröffentlicht wurde.“

Allerdings ist auf der angegebenen Homepage 

http://www.delmenhorst.de

ein entsprechender Eintrag nicht zu finden.

 

Der OB schickte noch eine „Stellungnahme der Stadt Delmenhorst“: 

„Unüberlegte Wortwahl des "Delmenhorster Kurier"

Die Stadt Delmenhorst bedauert, dass es nach Erscheinen des Artikels "Hilfe für ehemalige Heimkinder" (Delmenhorster Kurier vom 14. Februar 2012) zu Irritationen hinsichtlich der Äußerungen von Ingrid Fink, Ansprechpartnerin innerhalb der Verwaltung für den Fonds "Heimerziehung" gekommen ist. Hierzu stellt die Stadt Delmenhorst fest:

In dem Artikel "Hilfe für ehemalige Heimkinder" teilte Ingrid Fink dem Delmenhorster Kurier gegenüber mit, dass bereits einige ehemalige Heimkinder mit ihr Kontakt aufgenommen hätten. Als Bezeichnung wählte der Delmenhorster Kurier - und nicht Ingrid Fink - dabei "zehn Stück" und "von denen".

Der Delmenhorster Kurier wollte damit niemanden herabsetzen und bittet in seiner Ausgabe vom 16. Februar 2012, diese "unüberlegte und wenig sensible Wortwahl zu entschuldigen".

Die Stadt Delmenhorst und Ingrid Fink haben diese Entschuldigung akzeptiert.“

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Published by Helmut Jacob
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Kommentare

Heidi Dettinger 03/09/2012 23:41

Vielen Dank, Herr Jacob, für das Nachfragen und Dokumentieren.
Nur eines noch:
"Die Stadt Delmenhorst und Ingrid Fink haben diese Entschuldigung akzeptiert.“
Warum auch nicht! Sie sind weder beleidigt noch herabgewürdigt worden.
Das hat was von den Bischöfen, die sich vor ihrem Gott auf den Bauch legen, die Überlebenden aber im besten Falle ignorieren bis verspotten...