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19. Dezember 2010 7 19 /12 /Dezember /2010 20:42

Kein Mensch verkörpert so leidenschaftlich die Moral und Aufrichtigkeit der Evangelischen Kirche wie ihr Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider

 

Schneider-mich-bewegt-161210.jpg

 

lautsprecher    O-Ton: http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Schneider_im_Video_zu_Heimkindern_161210.wav

 

Mit Blick auf die Opfer des Missbrauchs auch in evangelischen Einrichtungen und Heimen ist es Präses Schneider wichtig, dass ihre Lebensschicksale nicht einfach ad acta gelegt werden. Eine breite Öffentlichkeit soll daran Anteil nehmen, was da geschehen ist, fordert der Präses: Demütigungen, Schläge und auch sexuelle Übergriffe. Präses Schneider: "Es erfüllt mich mit tiefer Scham, dass das auch in kirchlichen Einrichtungen möglich war."

 

http://www.evangelisch.de/themen/religion/pr%C3%A4ses-schneider-im-video-zu-heimkindern-und-weihnachten29503

 

zeichen-setzen

 

Begriff "Entschädigung" falsch
Im Hinblick auf Entschädigungszahlen für Missbrauchsopfer stellte Schneider die Position der evangelischen Kirche klar. Jede Lösung müsse von allen Beteiligten am Runden Tisch – gerade auch von den Betroffenen – gemeinsam getragen werden. Bei der Höhe einer finanziellen Beteiligung der Kirchen gebe es allerdings Grenzen aufgrund der kirchlichen Finanzsituation. Der Begriff der Entschädigung sei außerdem falsch gewählt, denn jede finanzielle Zuwendung an Missbrauchsopfer könne nicht für das Leid entschädigen, das ihnen zugefügt wurde. Es gehe vielmehr um eine echte Nothilfe für die Opfer der Gewalt.
Neben materieller Zuwendung stehe vor allem die Würdigung der Lebensgeschichte der Betroffenen im Vordergrund, so der Geistliche. Damit dies gelingt, benötigten die Opfer Zugang zu ihren Akten, die auch Briefe und Beurteilungen enthalten. Leider sind diese häufig aufgrund gesetzlicher Vorschriften vernichtet worden oder in Archiven nur schwer auffindbar. Für den Bereich der rheinischen Kirche seien daher alle Einrichtungen angewiesen, ihre Archive durchzugehen, um bei Nachfragen Betroffenen Einsicht geben zu können, so Schneider weiter. Da jeder Mensch ein Recht darauf hat, seine Lebensgeschichte nachzuvollziehen, sollten die Kirchen gerade bei dieser Art der Identitätsfindung Unterstützung leisten.
http://www.evangelisch.de/themen/religion/ekd-ratschef-missbrauch-nicht-bagatellisieren20555

Offener Brief
Herrn
Nikolaus Schwarz [Diktierfehler]
Ratsvorsitzender der
Ev. Kirche in Deutschland
Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover
Tel.: 0511 / 27 96 - 0, Fax: 0511 / 27 96 – 707
Auf der Homepage “NRW evangelisch.de” sind unter dem 14. Juli 2010 Äußerungen von Ihnen zum sexuellen Mißbrauch nachzulesen. Zunächst möchte man ganz gerührt sein ob Ihres Mitfühlens mit den Opfern und Ihrer Aufforderung „den Mißbrauch nicht zu bagatellisieren und stattdessen innerhalb der Kirche transparent aufzuarbeiten“ (so werden Sie wiedergegeben).
Wenn Sie dies bereits vor vier Jahren gesagt hätten, wär vielen Heimopfern Leid und Elend erspart geblieben. Immerhin hört man auf die Stimmen der Kirchen. Zu der Zeit hat Ihre Kirche allerdings noch zu gern mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, wenn ein Opfer es wagte, über sein Leid öffentlich zu sprechen. Jahrelang hat man den Opfern nicht geglaubt und man schenkt ihnen auch heute nur „offiziell“ Glauben. Erst, als sie vermehrt in die Öffentlichkeit gingen, Internetpräsenzen schafften, offene Ohren bei den Medien erlebten, blieb Ihrer Kirche nichts anderes übrig, als die ungeheuerlichen Verbrechen in den drei Nachkriegsjahrzehnten Stück für Stück einzugestehen. Diakoniepräsident Kottnik, aber auch Ihr Haus, bemühen sich bis heute, diese Verbrechen zu verharmlosen. weiter:
http://www.readers-edition.de/2010/07/23/heimopfer-leere-worte-der-entschuldigung-sind-billig/

 

 

Veränderte oder fehlende Formulierungen in dem mündlichen Bericht und in dem schriftlichen Bericht, der auf der Homepage der Evangelischen Kirche

Lassen Sie mich auch darauf hinweisen, dass veränderte oder fehlende Formulierungen in dem mündlichen Bericht und in dem schriftlichen Bericht, der auf der Homepage der Evangelischen Kirche abrufbar ist, festzustellen sind. Ich habe diese veränderten Formulierungen einmal herausgearbeitet. Sie finden sie auf der Homepage der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ unter folgendem Link:

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Wiedergutmachung_der_Kirchen__/wiedergutmachung_der_kirchen__.html

 

Kann man zunächst Verständnis dafür haben, dass in der schriftlichen Fassung eines Vortrages durchaus Veränderungen üblich sind, weil sich der Vortragende versprochen hat oder wichtige Aspekte hinzugefügt haben möchte, so sind diese an Ihrem Bericht vorgenommenen Veränderungen von besonderer Bedeutung. Im mündlichem Bericht sagen Sie: „Wir beklagen und bedauern dieses Versagen zutiefst. Genau das ist es, was der Heidelberger Katechismus meint: um unsertwillen wird der Name Gottes schlecht gemacht.“ Ähnlich äußern sie sich auch zu den sexuellen Übergriffen wenig später. Im schriftlichen Bericht fehlt dieses Bedauern über das Versagen allerdings komplett, und der Begriff „sexuelle Übergriffe“ wird ausgetauscht gegen „solche Übergriffe“. Ferner wird im schriftlichem Bericht die Verantwortung eher den Tätern, nicht den kirchlichen Heimträgern zugesprochen. Ich wage zu bezweifeln, ob diese verschiedenen Wiedergaben ein und des gleichen Vortrags wirklich das verlorene Vertrauen in die Institution Evangelische Kirche wieder herstellt.

 

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche schreibt auf ihrer Homepage:

Zum Runden Tisch Heimerziehung führte der Ratsvorsitzende aus, es sei eine wichtige Erkenntnis, dass die Misshandlung vieler „Heimkinder“ in den 50-er und 60-er Jahren nicht einfach individuellen Übergriffen zuzuschreiben, sondern auch durch eine „zum System gewordene Erziehungskonzeption“ bedingt sei. Dies rechtfertige es, so Schneider weiter, in Hinsicht auf die betroffenen ehemaligen „Heimkinder“ auch über eine „Geste der finanziellen Hilfe zur Bewältigung oder Linderung der aktuellen seelischen Verletzungen“ nachzudenken.

 

http://

helmutjacob.over-blog.de/article-nikolaus-schneider-will-uber-eine-geste-der-finanziellen-hilfe-zur-bewaltigung-oder-linderung-der-aktuellen-seelischen-verletzungen-nachdenken-60831316.html

 

Rechtfertigung aus der Klamottenkiste des Alten Testamentes
und: Wollten die Kirchen nicht alles besser machen als die Elternhäuser?
Herr Schneider, war 2010 ein fürchterliches Jahr für die deutschen Kirchen?
Ja und nein. Es war erschreckend, was bei der Aufklärung der Schicksale von Heimkindern zutage kam. Das war zum Fürchten. Da geht es um den Kern unseres Selbstverständnisses, um unsere Botschaft: Gott wendet sich den Menschen in Liebe zu und es ist unsere Aufgabe als Kirchen, diese Botschaft weiterzutragen, sie zu predigen und zu leben. Und dann wird diese Liebe so verdunkelt, dass Menschen sie nicht mehr erfahren können. Das ist beschämend. Dafür müssen wir um Entschuldigung bitten.
Das haben Sie getan. Aber kommt diese Entschuldigung nicht 40 Jahre zu spät?
Es wäre im Interesse der Betroffenen sicher gut gewesen, wenn sie früher gekommen wäre.
Haben Sie eine Erklärung dafür, wie sich diese Schwarze Pädagogik in den kirchlichen Einrichtungen überhaupt etablieren konnte?
Man hatte damals völlig andere Vorstellungen von dem, was Erziehung ist. In den Schulen wurde geschlagen und niemanden regte das auf, auch die Eltern nicht. Im öffentlichen Bewusstsein war Gewalt ein Mittel der Erziehung. Das war auch eine Spätfolge des Krieges und der Nazidiktatur. Zerstörte Familien, die Prägung durch Gewalt − all das wirkte lange nach.
Waren es nur die äußeren Einflüsse?
Es gibt Stellen in der Heiligen Schrift, die Gewalt als Instrument der Pädagogik empfehlen oder die Gewaltanwendung zu einer Ausdrucksform der Liebe erklären. Es gibt Menschen, die nehmen jedes Wort der Heiligen Schrift wörtlich. Sie haben es als Ausdruck einer besonderen Frömmigkeit verstanden, Gewalt anzuwenden. Das war und ist fatal.
Welche Konsequenzen wird die evangelische Kirche − abseits der materiellen Entschädigung − aus diesen Erkenntnissen ziehen?
Offenlegen. Das ist wesentlich. Denn wenn diese Schicksale totgeschwiegen werden, erleben die Opfer noch einmal Missachtung und Verletzung. Den Opfern muss jetzt die Hilfe gegeben werden, die wir ihnen noch geben können.
Wie wollen Sie sicherstellen, dass die materiellen Hilfen die Opfer auch wirklich erreichen?
Wir haben dafür gesorgt, dass die Mittel in den Landeskirchen vorsorglich bereitgestellt werden, damit Hilfe wirklich schnell geleistet werden kann. Die Opfer sind in der Mehrzahl bereits im fortgeschrittenen Alter. Sie können und sollen nicht mehr länger warten müssen.
http://www.fr-online.de/politik/-das-war-zum-fuerchten-/-/1472596/5040516/-/index.html

 

In dieser Klamottenkiste hat auch Ernst Springer, Evangelische Stiftung Volmarstein, gekramt. Siehe Anhang zur Volmarsteiner Erklärung:

http://gewalt-im-jhh.de/Volmarsteiner_Erklarung_von_Er/volmarsteiner_erklarung_von_er.html

 

 

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Published by Helmut Jacob
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