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15. Januar 2010 5 15 /01 /Januar /2010 23:15
Rettung für den Runden Tisch
Rund um diesen Runden Tisch herrscht jedoch seit Wochen Streit, der sich jetzt vor Gericht entlädt. Hintergrund ist ein tiefes Zerwürfnis innerhalb des Vereins ehemaliger Heimkinder (VeH), dem Interessenverband der Geschädigten. Denn es tauchen zunehmend radikalere Forderungen auf. Auch auf Anraten der Anwälte Gerrit Wilmans und seinem „Berater“ Michael Witti besteht der VeH jetzt auf einer großzügigen materiellen Entschädigung für erlittenes Unrecht. Wilmans hat schon mal vorgerechnet: Bekäme jedes ehemalige Heimkind 50 000 Euro Entschädigung, ergäbe sich bei den geschätzten 500 000 Opfern der „christlichen Nächstenhiebe“ eine Schadenssumme in Höhe von 25 Milliarden Euro. Das gemäßigte Lager der Ex-Heimkinder hält solche Vorstöße für völlig überzogen. Ihnen geht es eher um eine klare Entschuldigung kirchlicher Gremien, Einsicht in ihre Akten, therapeutische Hilfen oder rentenrechtliche Verbesserungen. „Ich fürchte, die Anwälte haben uns auseinander dividiert. Ich habe längst nicht den Eindruck, das ihnen unsere Sache ein Herzensanliegen ist“, sagt Hans-Siegfried Wiegand, eines der Heimkinder am Runden Tisch.

http://www.ksta.de/html/artikel/1246883779827.shtml



Ein "Sorry" reicht längst nicht mehr!
Moment einmal! Dass sich die Heimopfer heute mit einem "Vergelts Gott", Einsicht in ihre Akten und Hilfe bei Therapie und neuer Rentenberechnung begnügen, ist reinstes Wunschdenken der Kirchen und staatlich Verantwortlicher. Zu sehr wurde in den letzten drei Jahren die Öffentlichkeit belogen, wurden Fakten verdreht, der Runde Tisch in Berlin mit Halbwahrheiten überschüttet, wurde Opfern mit der Justizkeule gedroht, wurden  Äußerungen in die Presse geschmissen, die nichts anderes als Schadensminimierung zum Zwecke hatten.
Die Rechtsnachfolger der Täter haben sich zum Ziel gesetzt, die Verbrechen auszusitzen, die biologische Lösung der Probleme durch die Vergabe immer neuerer Gutachten und Studien in aller Ruhe abzuwarten. Selbst die angebotenen Brosamen erstrahlen nur oberflächlich in moralischem Hochglanz. Zu oft sind Akten bei der zweiten Besichtigung dünner als bei der ersten, sind ganze Aktenbestände nach Regenergüssen in Kellern plötzlich abgesoffen oder fehlen komplett. Zu oft wurde geschwärzt, wurden Strafbücher schluderig oder gar nicht geführt. So ist ein umfangreiches Bild über die eigene Heimsituation praktisch nicht möglich. Selbstverständlich weiß die Täterseite auch, dass psychotherapeutische Behandlungen in der Regel von der Krankenversicherung bezahlt werden. Angesichts der Verbrechen und permanenter Manipulationsversuche in der Aufarbeitung dieser schwarzen Zeit ist spätestens jetzt eine Opferentschädigung dringend notwendig. Dies schon darum, um den Opfern zu verdeutlichen, dass man sich ohne eine solche Entschädigung erneut an ihnen vergehen würde. Die Opfer brauchen die Mittel, um die letzten Lebensjahrzehnte in Würde zu  erleben und sie brauchen Schutz im Altenheim vor weiteren Verbrechen.

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Published by Helmut Jacob
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Kommentare

opfer der kat/kirche 01/17/2010 10:24


was jetzt noch hinzu kommt, ist die absolute frechheit. herr wendelin von der agj will jetzt promovieren, also den doktertitel über uns heimkinder. er hat über die geschäftsstelle agj freie hand
über unsere unterlagen bekommen. frau vollmer deckt das noch. mir fehlen jedes mal die passenten worte.