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13. Mai 2014 2 13 /05 /Mai /2014 15:54

Es gibt einige Menschen, die ehemaligen Heimkindern uneigennützig und kostenlos zur Seite stehen, wenn es darum geht, Beiträge aus dem Opferfonds des Bundes, der Länder und der Kirchen für misshandelte Heimkinder oder aus anderen Beihilfetöpfen zu bekommen. Dazu gehört beispielsweise der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ (VeH), der eine große Internetpräsenz betreibt (http://www.veh-ev.eu) und reichlich Informationen zur Verfügung stellt. Für den Bereich behinderter Heimopfer bietet sich die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ an, die auf ihrer HP www.gewalt-im-jhh.de ebenfalls umfangreiche Informationen bietet und in Einzelfällen behinderte Opfer vertritt. Beide HP’s zeichnen sich dadurch aus, dass die Opfer eigentlich keine weiteren Hilfen brauchen, weil darin detailliert beschrieben ist, wie und wo diese Gelder beantragt werden können. Oft ist allerdings moralische Unterstützung nötig und die bieten die Vorstandsmitglieder vom VeH allemal. (Kontakte unter: http://www.veh-ev.eu/Der_Verein/Der_Vorstand/der_vorstand.html)

Allerdings gibt es auch Heimopfervertreter, die ihre Hilfe gegen Bezahlung anbieten. Sie fordern einen bestimmten Betrag für ihren Leistungsaufwand. Ähnliches konnten die Heimopfer nach der Installation des Opferfonds beobachten, als die meisten Bundesländer sich aus dem Opferfonds von 120 Mio. Euro zunächst einmal 10 % aufteilten. Die staatlichen Stellen, die in der Aufsichtspflicht völlig versagt und damit die unzähligen Verbrechen erst ermöglicht haben, lassen sie sich die Regulierung ihrer Fehler auch noch bezahlen. Soviel zur Moral.

In Berlin firmiert eine solche Opfervertretung, die kaum einzuordnen ist. Sie oder er, oder auch beide, sind Präsidenten dieses Vereins, sie oder er sind oder waren Opfer in Heimen. Die Darstellungen sind unterschiedlich. So bescheinigt beispielsweise der VeH einen Fall, in dem sich ein Mensch zunächst nicht als Opfer, dann aber doch als ein solches eintragen lassen wollte.

Die Homepage ist dünn; es steht viel zu der Rubrik, was dieser Verein will. Konkret ist aber nicht nachzulesen oder auf den ersten Blick zu finden, wie denn nun diese Hilfen aussehen und was die Leistungen kosten. Erstaunlich ist auch, dass der Vorstand nur aus zwei Mitgliedern zu bestehen scheint; - jedenfalls sind andere Namen nicht zu finden. Der Verein soll äußerst streitsüchtig sein und jeden, der sich kritisch über ihn äußert, direkt verklagen. Ich kommentiere dies alles allerdings nicht.

Was mich stutzig macht, ist eine im Internet kursierende Abtretungsvereinbarung. Sie hat zum Inhalt, dass der Leistungsnehmer alle Forderungen gegen beispielsweise Heimträger, staatliche oder kirchliche Stellen, etc. an den Leistungserbringer abtritt.

Abtretungsvereinbarung.jpg

      (Firmenbezeichnung inzwischen geändert)

Ich rate von einem solchen Vertragsabschluss ab. Mir scheint, dass mit einer solchen Unterschrift zuviel Befugnisse dem Opfervertreter übertragen werden, die im Nachhinein nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Stutzig macht mich aber auch, dass ich selbst auf diesem Formular keine Angaben über die Leistungsentgelte finde. Darum empfehle ich jenen, die ihre Anträge selbst nicht durchsetzen wollen oder können, eine Vereinbarung zu treffen, nach der der Leistungserbringer prozentual aus den Opferleistungen bezahlt wird. Bis dahin fließen mögliche Gelder auf das Konto der Opfer und sind dort zunächst einmal vor irgendwelchen Zugriffen geschützt.

Heimopfer, Gewalt, Missbrauch, Zwangsarbeit, Runder Tisch Heimerziehung, Antje Vollmer, Evangelische Kirche, Katholische Kirche, Caritas, Diakonie

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Published by Helmut Jacob
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