Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
9. Februar 2014 7 09 /02 /Februar /2014 15:47

Dierk Schaefers Blog: Betr.: »Anerkennung Leid«

»Die Evangelische Kirche von Westfalen, die lippische Landeskirche und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe übernehmen Verantwortung in Anerkennung des Leids Betroffener sexualisierter Gewalt, das in ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern zugefügt und erlitten wurde.«

»Die finanzielle Leistung in Anerkennung des Leids wird in Höhe von 5.000,00 Euro gewährt. Diese Leistung erfolgt unabhängig von Art und Schwere des Unrechtes, das die Betroffenen erlitten haben. Die Leistung versteht sich weder als Wiedergutmachung noch als Entschädigung, sondern erkennt symbolhaft das zugefügte Leid an.«

»Leistungen in Anerkennung des Leids sind freiwillige Leistungen, die ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht erfolgen. Für diese freiwilligen Leistungen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Aus der Gewährung dieser freiwilligen Leistungen können keine neuen Rechtsansprüche hergeleitet werden oder etwa aus der Gewährung der freiwilligen Leistungen entstehen.«[1]

»Voraussetzungen 

Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids können von Personen geltend gemacht werden,

a) wenn sie von sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende einer kirchlichen Körperschaft oder Einrichtung im Bereich der beiden Landeskirchen oder einer diakonischen Körperschaft oder Einrichtung im Bereich des Diakonie RWL e.V. betroffen sind,

b) sie zum Tatzeitpunkt minderjährig waren und

c) wenn zusätzlich ein institutionelles Versagen kirchlicher Verantwortungsträger ursächlich oder mitursächlich für das erlittene Leid war.« [2]

Es geht also ausschließlich um sexuelle Übergriffe von Einzeltätern, nicht um die Strukturen, die  Mißhandlungen und Ausbeutung in diversen Erziehungseinrichtungen förderten, erst recht nicht um eine fehlgeleitete Theologie. Diese Mißhandlungen sind nicht einmal finanziell-symbolisch anerkennenswert. Die schriftführenden Kirchen schützen  ihre Heime und ihre Vergangenheit. Was soll falsch gewesen sein? Und damit die Bittsteller ihre Kindheitserlebnisse noch einmal so richtig nachkosten können, geht das Antragsformular ins Detail: »Bitte benennen Sie die Tatzeit so genau wie möglich. Es ist auch die Angabe eines Zeitraums möglich. Bitte machen Sie deutlich, wenn es sich um mehrere Mißbrauchsfälle gehandelt hat. … Bitte schildern Sie die Umstände und den Hergang der Missbrauchstat. Sie können ein Zusatzblatt verwenden.«[3]

Vielleicht sollten die Opfer selber eine Frage anfügen, ob nämlich die Mitglieder der Kommission beim Lesen ihrer Sexualreports irgendwelche Regungen gehabt haben – „und wenn welche? Bitte beschreiben Sie sie so genau wie möglich. Sollte der Platz nicht ausreichen, nehmen Sie ein Zusatzblatt. Ihre Angaben sind mir wichtig; sie helfen mir für die Gestaltung der weiteren Kommunikation mit Ihnen.“

[1] Quelle für diese Zitate: http://www.fuvss.de/fuer-betroffene/anerkennung-leid/

[2] Zitate aus http://www.fuvss.de/fileadmin/mediapool/baukaesten/FS_fuvss/2013-10-17-VerfRegAnerkennungLeid.pdf

[3] http://www.fuvss.de/fileadmin/mediapool/baukaesten/FS_fuvss/2013-11-04-AnerkennungLeid-Antrag_form.pdf

Das Formular gibt es also hier:

http://www.fuvss.de/fileadmin/mediapool/baukaesten/FS_fuvss/2013-11-04-AnerkennungLeid-Antrag_form.pdf

Auszug aus dem Fragebogen noch einmal hier:

II.       Angaben zur Tat

1. Täterin/Täter

Bitte geben Sie den Namen der Täterin oder des Täters und deren oder dessen

Funktion zur Tatzeit an, soweit Ihnen dies bekannt ist.

Name, Vorname

Funktion der Täterin/des Täters zur Tatzeit

2. Tatort

Bitte benennen Sie die Institution, innerhalb welcher der sexuelle Missbrauch, den Sie minderjährig erfahren mussten, begangen wurde und beschreiben Sie ggf. den genauen Tatort.

Institution

Ort

ggf. Beschreibung des Tatorts

3. Tatzeit

Bitte benennen Sie die Tatzeit so genau wie möglich. Es ist auch die Angabe eines Zeitraums möglich. Bitte machen Sie deutlich, wenn es sich um mehrere Fälle sexuellen Missbrauchs gehandelt hat.

4. Tathergang

Bitte schildern Sie die Umstände und den Hergang der Missbrauchstat. Die Angaben sind für die weitere Aufklärungsarbeit unerlässlich. Sie können ein Zusatzblatt verwenden.

5. Umgang mit dem Missbrauchsfall

Wussten andere Personen von dem sexuellen Missbrauch, den Sie minderjährig erfahren mussten? Wurde Druck auf Sie oder auf andere ausgeübt, keine Ermittlungen einzuleiten, keine Anzeige oder Mitteilung an vorgesetzte Stellen oder an Dritte zu erstatten? Wissen Sie von anderen Fällen sexualisierter Gewalt in dieser Einrichtung?

http://www.fuvss.de/fileadmin/mediapool/baukaesten/FS_fuvss/2013-10-17-VerfRegAnerkennungLeid.pdf

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Helmut Jacob
Kommentiere diesen Post

Kommentare