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7. August 2013 3 07 /08 /August /2013 22:18

Schon mehrmals wurde das Forum geschlossen; der Forenname ist unwichtig. In ihm schrieben ehemalige Heimopfer. Sinnvolle Beiträge kann man an wenigen Händen abzählen. Der Schwerpunkt lag auf Mobbing und Drohung. Wer die Aufarbeitung der Heimgeschichte aufmerksam verfolgt, musste mit dieser Schwerpunktsetzung rechnen. Viele Heimopfer wurden in den 50-70er Jahren auch Täter. Man dressierte ihnen Gewalt an, die sich in den Foren in verbaler Gewalt Bahn bricht. Auch ich habe schon Klageandrohungen erhalten; sei es drum. Die Klageschrift hat der Kläger ins Internet gestellt.

Im Rahmen der Schließung gab es viele verbale Tränen. Wie schade die Schließung wäre und wie schön doch alles war. Eine Bemerkung hat mich allerdings doch getrieben, ein letztes Mal zu reagieren: "Bedauerlich finde ich, wenn wir uns die Schuld an dem Ergebnis des RTH geben. Nein, schuldig sind wir nicht. Die Uneinigkeit, die vielen Diffamierungen, denen aktive ehemalige Heinkinder ausgesetzt waren, ein völlig unnötiger Prozess vor dem Berliner Kammergericht usw. waren nicht gerade förderlich für unser Ansehen. "

Mein Kommentar dazu wird in dem Forum untergehen; darum diesen hier noch einmal an dieser Stelle:

"Man mag es bedauerlich finden, richtig wird die Sichtweise dadurch nicht. Schließlich haben wir uns viel zu wenig dagegen gewehrt, dass am RTH sogenannte Opfervertreter sitzen, die von uns nicht berufen wurden. Das war ein undemokratisches Einsetzen einer hilflosen kleinen Gruppe, bei der sich abzeichnete, dass sie sich gefallen lassen, über den Tisch gezogen zu werden. Und so kam es dann ja auch. 

Die Klage vor dem Berliner Gericht war notwendig, aber zu früh terminiert. Man hätte zunächst der Arbeitsgruppe Zeit geben müssen, sich überhaupt zu finden. Allerdings: Nach einem Jahr, also im Zwischenbericht, war nachlesbar, dass die Opfervertreter beschissen werden, dass ihnen in der Mehrzahl Juristen gegenüber saßen, denen sie auch nicht ansatzweise gewachsen waren. 

Letztendlich haben wir Schuld am Ergebnis des RTH, weil wir ihm nicht lautstark genug widersprochen haben. Schlimmer noch: Etwa 1 Prozent der Opfer hat sich aus dem Opferfonds bedient und ist damit jenen, die diesen Fonds mehrheitlich abgelehnt haben, in den Rücken gefallen. Sie haben mit ihrer Kassierermentalität verhindert, dass aufgrund der möglich gewesenen, breiten Ablehnung des Opferfonds über die Ausstattung neu verhandelt wird. Hätten alle abgelehnt und nichts aus dem Fonds genommen, wäre das Scheitern des RTH völlig offensichtlich gewesen. So ging die Rechnung auf: Dieses eine Prozent wird als die große Akzeptanz durch noch 400 000 lebende Opfer dargestellt und seitens der Tätervertreter als Sieg gefeiert. Sie, die Rechtsnachfolger der Verbrecher, haben die billigste Lösung durchgedrückt, und dies dank all derer, die in den Opferfonds gegriffen haben.

Und zuletzt noch dies: Nicht ganz übel nehmen darf man es den Mobbern, Unruhestiftern und Stänkerern, die durch die Foren gezogen sind und zur Vernichtung dieser Plattformen beigetragen haben. Sie haben es in den Heimen nicht anders gelernt, wurden teils zu diesem asozialen Verhalten dressiert. 

Ich weiß, diese Meinung passt euch nicht, aber ich ändere kein Wort daran!"

 

Kurzzeitig erwachte das Forum zu neuem Leben. Hier eine Reaktion auf meine Äußerungen:

"Auch ICH habe in den Heimkinder "Opferfond" gegriffen! Soll ich deswegen ein schlechtes Gewissen haben? "

Darauf erneut zu reagieren, lohnt sich nun wirklich nicht mehr. 

 

Heimkinder, Heimopfer, Heimopferforum, Runder Tisch Heimerziehung

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Published by Helmut Jacob
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Kommentare

peter 01/08/2014 22:49

selten soviel Unsinn gelesen. Und rechnen können Sie auch? Was sind 1% von wieviel ? Stellen Sie die anderen 400 000 Heimkinder dagegen,fast nichts. Und dieses nichts, wird so schwer mit
ungerechtfertigter, unerwünschter Moral beladen.
Sie sind Allen in den Rücken gefallen, tragen Schuld an Entscheidungen vom" RT",greifen in die Kasse, dieses 1% wird als Siegtrophäe von der Besetzung des "RT"vor sich hergetragen, muss für
schwergewichtige Argumente eines Triumphes herhalten, usw.,
noch dümmer, können Verhältnisse nicht dargestellt werden.
Fast, ist es mir peinlich, auf soviel Verwirrtheit zu antworten.
Aber, es musste sein. Wenn auch kurz, denn lange, ist Ihre Darstellung
nicht auszuhalten.

Teeddy 10/26/2013 13:59

Zitat von »Kn*****«
"Was hat mein Wunsch Terrassenüberdachung mit Kinderheim zu tun???"

Zitat von »Teeddy«
"das ist eine durchaus berechtigte Frage"

Zitat von »Kn*****«
"und darunter steht in Fettschrift:
Hilferuf der Opferfondskasse: Bitte, bitte meldet Euch!Wir zahlen für alles!Hauptsache die Statistik stimmt.?"

Zitat von »Teeddy«
"Geil! Bissiger und doch wahrhaftiger hätte es die Satirezeitung "Chicero" nicht auf ihre Titelseite bringen können. (Abgesehen davon ist das Zitat aus dem Zusammenhang mit dem erklärenden Wortlaut
der Regelungen gerissen. Sehr fein ist das nicht))

Mit einer Terrassenabdeckung geb ich mich aber nicht zufrieden. Ich wünsch mir ein neues Dach , neue Fenster UND eine Terrassenabdeckung. Auf Isolierung verzichte ich, die bringt nur Schimmel ins
Haus. Davon hatte ich im Kinder-Schlaghaus schon zu viel. Ja, genau das erzähle ich den lieben Fondsleuten, damit die mir ALLES bezahlen! Ins alte Dach könnt es ja mal reinregnen und dann kommt
überall Schimmel. iiiiigitt. Aber wie vereinbare ich das dann mit meinem Gewissen, gegenüber den derzeit ca 99 % aller ehemaligen Heimkinder, deren Chance auf echte Entschädigung mit jedem
einzelnen weiteren Almosenbettler noch weiter schwindet. Oder hilft die heuchlerische Ausrede, dass ja jetzt eh alles zu spät ist?
Wer jetzt mein Kauderwelsch wieder nicht verstanden hat, liest einfach (nochmal) bei Helmut Jacob, der hat das, worauf es mir ankommt richtig schön schonungslos beschrieben :
Zitat
Letztendlich haben wir Schuld am Ergebnis des RTH, weil wir ihm nicht lautstark genug widersprochen haben. Schlimmer noch: Etwa 1 Prozent der Opfer hat sich aus dem Opferfonds bedient und ist damit
jenen, die diesen Fonds mehrheitlich abgelehnt haben, in den Rücken gefallen. Sie haben mit ihrer Kassierermentalität verhindert, dass aufgrund der möglich gewesenen, breiten Ablehnung des
Opferfonds über die Ausstattung neu verhandelt wird. Hätten alle abgelehnt und nichts aus dem Fonds genommen, wäre das Scheitern des RTH völlig offensichtlich gewesen. So ging die Rechnung auf:
Dieses eine Prozent wird als die große Akzeptanz durch noch 400 000 lebende Opfer dargestellt und seitens der Tätervertreter als Sieg gefeiert. Sie, die Rechtsnachfolger der Verbrecher, haben die
billigste Lösung durchgedrückt, und dies dank all derer, die in den Opferfonds gegriffen haben.
(das war ein zitat aus http://helmutjacob.over-blog.de/article-endgultige-schlie-ung-eines-forums-und-die-frage-nach-der-schuld-am-ergebnis-des-runden-tisches-119442574.html)

Der Schlemihl hat seinen Schatten verkauft und so die Seele verloren. Wir sollen unsere Seele direkt verkaufen, im Regelfall für max 10000 Euro.
1 % der ehemaligen Heimkinder haben es schon getan. Bis zum Ende des AlmosenFond werden es wohl höchstens 5 % sein. Entschädigung hätten alle Geschädigten bekommen.


Zitat
Es war einmal ein Mensch mit Namen Schlemihl
den sprach einst einer an,
ob er ihm nicht seinen Schatten verkauft?
Er wär alsbald ein reicher Mann!

Nach kurzem Bedenken willigt er ein und bekam einen Beutel zum Lohn
„Dies Säcklein, das wird niemals leer“ sprach der düstre Schattenkäufer voll Hohn
„Ja ich denk ich tat einen guten Tausch“, sagt sich unser Schlemihl alsdann
„ich kauf mir Schloß und Gut und Hof, was fang ich schon mit einem Schatten an?“

Der Herr Schlemihl, der zog in ein and’res Land, kauft sich Schloß und Gut und Hof
und heiraten wollt er dann auch bald, eine Auserwählte gab es schon
Er ging zu seiner Geliebten Haus, fragt „Willst du mich nehmen zum Mann?“
„Drei Tage Bedenkzeit bitt’ ich mir aus, bevor ich Ja sagen kann.“

Doch die Sonne sie schien auf seine Gestalt, und ohne Schatten stand er da
„Niemals nehme zum Manne ich dich, ohne Schatten bist du auch der Seele bar“
In der Tat, Schlemihl hat seinen Schatten verkauft, dabei seine Seele verlor’n
Danach hat man niemals mehr von ihm gehört, und niemand weiß mehr, daß er einst gebor’n.

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schlemihls_wundersame_Geschichte


zu den Reaktionen darauf " gehts hier: : Entschädigung für ehemalige Heimkinder - Seite 5 - Missbrauch in Heimen / JWHs und Entschädigungen - Treffpunkt ehemaliger Heimkinder | Regenbogenstadt
(Registrierung erforderlich!)
http://www.kinder-heim.de