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24. Juni 2010 4 24 /06 /Juni /2010 14:36

23. Juni 2010 „Es tut mir unendlich leid“
EKD-Ratsvorsitzender Schneider trifft ehemalige Heimkinder

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat sich am heutigen Mittwoch, 23. Juni, mit ehemaligen Heimkindern zu einem Gespräch getroffen. Die beiden Frauen und der Mann, die zu dem Treffen ins Kirchenamt der EKD nach Hannover gekommen waren, lebten in den 50er und 60er Jahren in verschiedenen Erziehungseinrichtungen der Diakonie. Sie berichteten in dem seelsorgerlichen Gespräch von ihren Erfahrungen in den Heimen und ihrem Bemühen um Verarbeitung.
„Mir war diese persönliche Begegnung sehr wichtig“, sagte Schneider nach dem rund zweistündigen Gespräch. „Dass Kinder und Jugendliche auch in Einrichtungen der Diakonie Leid und Unrecht erlitten haben, tut mir unendlich leid. Wir müssen und – das ist mir wichtig – wir wollen uns der Aufarbeitung dieser Erfahrungen stellen.“ Schneider verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass in Diakonie und Landeskirchen bereits entsprechende Initiativen begonnen wurden, wie zum Beispiel die Einrichtung von Telefonberatungsstellen für Betroffene, Unterstützung beim Wunsch nach Akteneinsicht, die Benennung von Ombudsleuten oder die Vermittlung von Gesprächs- und Therapieangeboten.
http://ekd.de/presse/pm130_2010_rv_heimkinder.html

 

Kommentar:

Die Presseerklärung beinhaltet verdächtige Elemente. Da ist zum einen von einem seelsorgerischen Gespräch zu lesen. Das suggeriert, dass sich die Opfer ihre Wunden theologisch einsalben lassen wollten, um Linderung zu erfahren. Zum zweiten spricht Schneider von erfahrenem Leid und Unrecht. Wenn die Opfer mal nur Leid und Unrecht in diakonischen Einrichtungen erfahren hätten, wäre dies nicht gar so schlimm. Das passierte auch in  Familien und das passiert auch heute noch in diakonischen Einrichtungen. Worunter die Opfer leiden, sind Gewalt und Verbrechen, die den Bogen zwischen brutalsten Zusammenschlägen bis zu widerlichsten Vergewaltigungen umspannen. Dazwischen liegen noch Zwangsfütterungen ähnlich polnischer Weihnachtsgänse und Zwangsarbeit. Nichts, aber auch gar nichts, wurde ausgelassen, um die "Heimzöglinge", wie es damals hieß, zu quälen. Dabei wurden selbst behinderte Kleinkinder und Schulkinder, also die Hilflosesten der Gesellschaft, gequält. Zum Hilfsangebot von Nikolaus Schneider: Darauf kann man verzichten; es kostet die Kirche nichts, es ist wieder nur Abschiebung möglicher Kosten auf die Gesellschaft. Echte finanzielle Unterstützung der Wracks, die die evangelische Kirche hinterlassen hat, wird auch seinerseits nicht zugesagt. Insofern ist dieses seelsorgerische Gespräch nur eins: Valium für das erzürnte Volk.
Helmut Jacob

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Published by Helmut Jacob
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