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23. Februar 2014 7 23 /02 /Februar /2014 22:34

Ein Mann, der in Kanada Foto und Filmmaterial mit Darstellungen von Kindern in „Pose“ bestellt, hinterläßt mit seinem Tun mehr als nur ein Geschmäckle. Aber er ist nicht verurteilt, also gilt die Unschuldsvermutung und ich beteilige mich nicht an dieser Disskussion. Schade, daß ein Großteil der Presse inzwischen so verludert ist, daß sie diese Regelung aufgehoben hat.

Tante Anneliese hat sich einen Tablet-PC zugelegt! Wer hätte das gedacht?  War doch alles rund um das Thema PC für sie uninteressant. Ich werde immer älter und muß daran denken, eines Tages diesen Globus – wenn auch mit einer gewissen Freude – zu verlassen. Die drei Neffen von Anneliese verbrachten ihre Kindheit in unserem Garten und wohnten über mir mit ihren Eltern. Tante Anneliese thronte wie eine Glucke darüber, - unterm Dach juchhe.

Die Kinder genossen glückliche Jahre, ihr Privat-Kinderspielplatz war rund ums Haus, mit Spielgeräten auf den Wiesen, der Papa bastelte gar ein Haus auf Stelzen. Wenn der kleine Alex so einen Meter über der Erde auf der Balkonkante des Holzhauses turnte, wurde mir immer ganz schlecht. Aber, so hörte ich und erfuhr es auch in der täglichen Praxis: Kinder haben 7 Leben, - wie Katzen eben.

Die Kinder eroberten das komplette Haus. Annelieses Wohnung war „Haus der offenen Tür“. Der Alte unten im Erdgeschoss, also ich, hatte im Sommer permanent die Terrassentür auf und auf der Fensterbank war eine „Tankstelle“ eingerichtet, mit lauter Süßigkeiten für die drei Jungs.

Das Leben im und ums Haus herum wurde zeitweise fotographisch und filmisch dokumentiert. Zweimal kam der Nikolaus vor die Kamera und diese Aufnahmen erfreuen jedes Jahr die Familienmitglieder. „Nikolaus, du hast eine Maus im Sack!“, rief der Mittlere der drei einmal und hat damit noch heute die Lacher auf seiner Seite.

Die Geburtstage, meine, die von Tante Anneliese und die Treffen vieler Gäste in unserem Garten fanden auf unzähligen Digital-Videobändern ihr Archiv. Die Kamera lag allzeit bereit und sogar einige meiner Assistentinnen versuchten sich als Kamerafrau.

Wie bereits berichtet, ist Anneliese jetzt stolze PC-Besitzerin in der Schmalausgabe. Aber das reicht und diese Tablets sind eh leichter zu bedienen. So liegt es nahe, alle Filme und zigtausend Fotos, auch von ihren Festen, auf ihr neues Gerät zu kopieren. Dann sitzen schon mal drei oder vier ihrer Freundinnen zusammen und bestaunen die schönen Urlaubs- und Familienfotos.

Vor dem Transfer muß natürlich überprüft werden, ob ihr Gerät die Videos überhaupt wiedergibt. Für Fachleute: Es gibt etliche Videoformate mit weiteren Unterformen.  Während ich mich durch die Filme klickte, zeigte in der Mitte einer Datei der Bildschirm etwas ganz schlimmes an: Da springt der kleine Alex bar jeder Buchse wie ein Känguru über die Wiese. Erschrocken fragte ich Tante Anneliese: „Soll der Film rausgeschmissen werden?“. Anneliese ganz trocken: “Der bleibt drin!“ Das meine ich auch.

Damit stehe ich allerdings mit einem Bein im Knast, wenn all die wirren Vorschläge aus berufenen und unberufenen Mündern, auf Talkshows – die von dem hervorragenden Satiriker Georg Schramm als „virtuelle Pissrinnen“ gebranntmarkt werden – herausgeschwallt, umgesetzt werden. Der Gipfel der Blödheit schlug sich in der Forderung nieder: „Schon die Eingabe des Begriffs FKK in den Browser sollte verboten sein.“

Getreu der Weisheit - ableitend aus dem biblischen Sündenfall – Verbotenes reizt erst recht, liegt es nahe, wider den Stachel zu löcken und jene drei verruchten Buchstaben in die Browserzeile einzugeben? Gelöckt, getan und Enter. Ungefähr 4 millionen und 80 tausend Verbrecher stellen ihre Schweinereien ins Netz! So meldet es jedenfalls Herr Google. Der Begriff FKK heißt ja ausgeschrieben Freikörperkultur. Also alles Nackedeis! Unglaublich! Also kann mit Fug und Recht behauptet werden: Deutschland ist mit kriminellen Dreckspatzen übersät. Die Handschellenindustrie wird Nachtschichten einlegen müssen und jede pleitegegangene Kirche ihre Bauten in Haftzellen umbauen lassen müssen. Allein ich brauche zwei Zellen nebeneinander, denn, wo sollen meine Assistentinnen hin? Und dann ist da noch die behindertengerechte Toilette mit Dusche und allem Zipp und Zapp.

Unzählige Links führen aber nicht dazu, das bildlich zu dokumentieren, dass diese FKK bedeutet. Also löckt der Stachel erneut wider und ich stelle den Browser - fest die Handfesseln des Staatsanwaltes vor meinem geistigen Auge blitzend - auf „Bilder“ um. Oha, was mich jetzt erwartet, ist eine Fotoflut, die mit 137 Seiten in Sondermarkengröße den Betrachter erschlägt. Da ist jung und alt, schön und, ja auch wie ich, nicht mehr so knackig, zu bewundern oder zu ertragen. Durchschnittlich 12 Minifotos pro Seite gibt der Browser her, also ca 1500 allein unter dem Begriff FKK.

Ein weiterer Gedankenfurz in einer Talkshow roch in die Richtung: Selbst Kinder in Badehosen sind nicht immer unbedenklich.

Angesichts dieser überhitzten Debatte fragt man sich wirklich: Wann kommt die Burka für Kinder? Wie lange wird es noch FKK-Plätze geben? War James Burnett, genannt Lord Monboddo, der bereits im 18. Jahrhundert das Nacktbaden als Wiedererwachen der altgriechischen Nacktkultur propagierte und praktizierte, etwa pädophil? Ich halte es mit Obelix: Die spinnen die Römer!

Ein lustiges Bild habe ich dennoch aus der Fotoflut herausgefischt:

http://images.fotocommunity.de/bilder/menschen/stories-serien/am-fkk-strand-6f68938d-c4d0-44df-b085-67a7eaace06d.jpg

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Published by Helmut Jacob
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Kommentare

Heidi Dettinger 02/24/2014 04:49

Natürlich bin ich ob Ihres Artikels sofort neugierig geworden und habe ebenfalls FKK gegoogelt. Nun ja, die Bilder sind irgendwie normal, mal mehr und mal weniger schön. Und es sind meistens
Erwachsene. Die Kinder auf den Bildern rennen, toben, spielen - sie eignen sich nicht sonderlich als "Vorlage"...

Wenn ich es aber richtig verstehe, sind käufliche Kinderbilder entweder sexualisiert und fallen damit in die Kategorie der Kinderpornografie oder sie zeigen die Kinder zumindest in solchen Posen,
die sie für die "User" reizvoll machen. Nicht vergessen sollte man dabei die benutzten und ausgebeuteten Kinder. In verschiedenen Dokumentarfilmen über diese Kinder wurde deutlich, dass sie nicht
gerade froh waren über ihre Filme im Netz. Das ist das Widerliche an der Geschichte!

Widerlich finde ich auch, dass besagter Mann jetzt zum "Opfer" gemacht wird (oder sich selbst dazu macht). Der Mann ist erwachsen, er muss wissen was er tut, er hat die Bilder über Jahre hinweg
bestellt und gekauft. Und sich mit Sicherheit etwas dabei gedacht. An die Ausbeutung der Kindermodelle wohl doch eher nicht.

Übrigens: Tante Annelieses Tablet würde ich die putzigen Nacktbilder meiner Enkeling jederzeit anvertrauen - ins WWW stellen wollte ich sie tatsächlich nicht. Der Gedanke, dass die Kleene
irgendeinem Idioten als ***vorlage dienen könnte, macht mich nämlich krank.