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13. Dezember 2009 7 13 /12 /Dezember /2009 23:00

Der „Grünen“-Politiker Volker Beck schlägt nach der Meldung vom 12.12.09 im Hamburger Abendblatt vor, das Verfahren der Zwangsarbeiter-Stiftung als Modell für die Entschädigung der ehemaligen Heimkinder zu nehmen.

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1305696/Volker-Beck-Zwangsarbeiter-Stiftung-Modell-fuer-Heimkinder.html

Richtig erscheint mir, daß eine Stiftung eine brauchbar flexible Rechtsform darstellt, und ich habe ja in meinem Bußaufruf an die Kirchen die Gründung eines Stiftungsfonds vorgeschlagen.

http://www.petitiononline.com/heimkids/petition.html

Dabei verwies ich auch auf meine Verfahrensvorschläge, die ich in der Anhörung beim Runden Tisch am 2.4.09 vorgelegt habe. Dort habe ich drei nach Fallgruppen differenzierte Fonds vorgeschlagen.

http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/verfahrensvorschlage-rt.pdf

Doch zunächst zu den Details im Zwangsarbeitermodell.

Das Hamburger Abendblatt schreibt von erfolgten Einzelentschädigungen im Bereich von 2.500 und 7.500 Euro. Gehen wir von der Höchstsumme 7.500 Euro aus und nehmen als Beispiel ein ehemaliges Heimkind, das mit dieser Summe noch 10 Lebensjahre vor sich hat, dann sind das 750 Euro im Jahr, also 62,50 Euro im Monat, mit dem sich dieses ehemalige Heimkind seine Sozialhilfe aufbessern kann – aber nur 10 Jahre lang! Ich bin dabei von der Höchstsumme ausgegangen. Im schlechtesten Fall wären es 20,83 pro Monat.

Mir wurde aus kirchlichen Kreisen zugetragen, daß manche dort Verantwortliche auf die Zwangsarbeiterlösung spekulieren, wenn es mit der langen Bank dann doch nicht klappen sollte.

Doch eine solche Lösung wäre ein Hohn, nicht nur, weil die Lebenshaltungskosten in Osteuropa, wo die meisten ehemaligen Zwangsarbeiter leben, deutlich niedriger sind.

Es wäre auch eine völlig unangemessene Pauschalierung der doch recht unterschiedlichen Fälle. Auf die Unterschiedlichkeit wurde doch bisher immer hingewiesen!

Darum brauchen wir eine Stiftung, die mindestens drei Fonds finanziert:

1. Für Zahlungen, um die Rentenausfallzeiten zu kompensieren.

2. Für Therapiekosten, soweit sie nicht von der Krankenkasse gezahlt werden.

Diese beiden Fonds könnten sofort eingerichtet werden und nach entsprechender Fall-Lage die Leistungen erbringen. Ich habe noch kein triftiges Argument gehört, warum das nicht sofort zugesagt werden könnte, – aber es fehlen die Zahlungsbereiten. Wenn die kirchlichen und staatlichen Stellen, sowie auch die Beteiligten Firmen, von recht-schaffen(d)en Personen geleitet werden, werden sie in Kürze Zusagen machen und Finanzierungspläne vorlegen.

3. Erst an dritter Stelle kommen Entschädigungen für erlittene Unbill: Mißhandlung/Mißbrauch, Demütigung, Vorenthalt von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Die müssen je nach Einzelfall vereinbart werden.

4. Schließlich ist auch daran zu denken – und vorzusorgen, daß die ehemaligen Heimkinder in absehbarer Zeit ein Alter kommen, in dem sie auf fremde Hilfe angewiesen sein könnten und eine Heimeinweisung nötig wird. Darauf müssen die Heim-Organisationen vorbereitet werden.

Jedenfalls: Mit der Zwangsarbeiterlösung werden die ehemaligen Heimkinder, wie ich befürchte, ein weiteres Mal betrogen.

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Published by Helmut Jacob
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