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29. November 2009 7 29 /11 /November /2009 13:09

In der Heimkinderdebatte wird immer wieder von der Pauschalierung gesprochen, die man ablehnt, denn es habe auch Heimkinder mit guten Heimerfahrungen gegeben. Der Runde Tisch solle und werde hier Klarheit schaffen, erst dann könne man weitersehen – von Entschädigungen wird auch in diesem Zusammenhang möglichst nicht gesprochen.


Was soll das?
   1. Es wird von niemandem bestritten, daß es auch gute Heimerfahrungen gab.
   2. Meines Wissens fordert niemand, die ehemaligen Heimkinder sollten pauschal, also für den bloßen Heimaufenthalt entschädigt werden.
   3. Ich kann nicht erkennen, daß der Runde Tisch sich flächendeckend der Frage widmet, in welchen Heimen und wann die beklagten Vorkommnisse sich ereignet haben und wie viele Heimkinder ihre Heimzeit in guter Erinnerung haben, oder diese Zeit wenigstens als unproblematisch erlebt wurde, damit etwaigen Pauschalierungsforderungen der Boden entzogen würde.
   4. Ich sehe auch nicht, daß der Runde Tisch eine Meldestelle für individuelle Entschädigungsansprüche eröffnet hätte, um damit Pauschalierungsforderungen zu parieren.


Wer den Begriff Pauschalierung zur pauschalen Abwehr von Entschädigungsforderungen verwendet, bekämpft ein Phantom – und er lenkt damit von der offen zutage liegenden Frage ab: Wie sollen die bekannten und belegten Fälle von Demütigung, Ausbeutung, Mißhandlung und Mißbrauch entschädigt werden?
Doch weder der Runde Tisch, noch die beklagten Organisationen äußern sich dazu, wie sie denn abseits von Pauschalisierung mit den vielen Einzelfällen umgehen wollen.
Es gibt ja immerhin erkennbare Muster, anhand derer man sich Entschädigungsgedanken machen könnte, – wenn man wollte.
Da gab es nachgewiesenermaßen Zwangsarbeit, für die keine Sozialabgaben entrichtet wurden. Wem hier keine Entschädigungslösungen einfallen, der will nicht entschädigen, und er sollte so ehrlich sein, dies auch offen zu sagen und nicht auf eine Pauschalierung verweisen, die niemand fordert.
Das gleiche gilt für traumatische Heimerinnerungen. Die Therapiekosten – also nicht das Schmerzensgeld – können, soweit sie durch die Krankenkasse nicht abgedeckt werden, pauschal zugestanden werden.
Erst der Anspruch auf Schmerzensgeld muß individuell belegt werden.


All dies liegt bereits seit vielen Monaten detailliert vor.
http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/verfahrensvorschlage-rt.pdf
Doch anstatt darauf sachlich einzugehen, redet man lieber von einer Pauschalierung, der man nicht zustimmen könne, die aber auch niemand fordert.


Wann kommen die Verantwortlichen endlich zur Sache?
Mein Bußaufruf will genau dieses erreichen. Unterstützen Sie ihn!
http://www.petitiononline.com/heimkids/petition.html

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Published by Helmut Jacob
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