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1. Oktober 2011 6 01 /10 /Oktober /2011 22:50

Dierk Schaefers Blog

Der Stellvertreter und sein Einzug in Freiburg – Jesu Einzug in Jerusalem war nichts dagegen

Veröffentlicht in Kirche von dierkschaefer am 28. September 2011

http://www.youtube.com/watch?v=5W9jo0rz8Ko&feature=related Mittwoch, 28. September 2011

Lukas – Kapitel 19, 36-38

Jesu Einzug in Jerusalem

Da er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg. Und da er nahe hinzukam und zog den Ölberg herab, fing an der ganze Haufe seiner Jünger, fröhlich Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,  und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, ein König, in dem Namen des HERRN! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!

 

Dierk Schaefers Blog

Nachlese zum Papstbesuch

Veröffentlicht in Kirche, Politik von dierkschaefer am 27. September 2011

Alle Zitate aus der heutigen Ausgabe der FAZ (Dienstag, 27. September 2011)

Zuerst mal wieder das Lustige:

1. » Dass der Papst sich in seiner Ansprache im Freiburger Konzerthaus für die Abschaffung der Kirchensteuer ausgesprochen habe, glaubt Zollitsch nicht.«

2. » Der Hamburger Erzbischofs Thissen ließ sich mit den Worten vernehmen, der Papstbesuch gebe dem Dialog der beiden Kirchen neuen Schwung. «

Lustig ist es zwar nicht, aber belustigt habe ich trotzdem wahrgenommen, wie distanziert und kritisch drei Journalisten der FAZ ihre Nachlese gestalten. Zwei von ihnen habe ich bisher als eher unkritische Berichterstatter in katholischen Dingen erlebt, was ihre Enttäuschung über diesen Papst verdeutlicht.

Jörg Bremer schreibt: »Unbemerkt blieb dabei, dass der Papst in Erfurt auch mit seiner deutschen Kirche ins Gericht ging. Er verbat sich Kritik am Zölibat: „Die Ernsthaftigkeit des Glaubens zeigt sich vor allem dadurch, dass er Menschen inspiriert, sich ganz für Gott und von Gott her für die anderen zur Verfügung zu stellen.“ In einigen Monaten könnte sich zeigen, dass die Ökumene durch den Papstbesuch weniger angeschlagen ist als die katholische Kirche,   … Bald wird man sehen, ob die Ökumene gelitten hat oder tiefer wird, ob der Papst die deutschen Katholiken neu gewonnen oder – wie offenbar in Teilen Österreichs – verloren hat.«

Daniel Deckers schreibt: »Vielmehr war seinen Worten zu entnehmen, dass der Papst das Maß der gemeinsamen Überzeugungen zwischen evangelischer und katholischer Seite eher im Schwinden als im Wachsen begriffen sieht.

Dass viele Kirchen der Orthodoxie, allen voran die russische, ungleich stärker staatlich reglementiert, wenn nicht korrumpiert sind, trübt Benedikts Sicht auf die Kirchen in Ost- und Südosteuropa nicht. Nicht bekannt ist auch, dass sich der Papst jemals an der Praxis der Orthodoxie gestört hat, eine zweite Eheschließung unter bestimmten Umständen kirchlich anzuerkennen. Deutschen Bischöfen, die vor Jahren ebensolches erwogen, hielt Benedikt in seiner Zeit als Kardinal Ratzinger und damaliger Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre hingegen vor, sie stünden mit Überlegungen wie diesen außerhalb der Lehre der Kirche.«

Mit Recht bekommen die Vertreter der Evangelischen Kirche ihr Fett ab. »Aber die EKD-Führung nutzte in Erfurt nicht die Chance, theologische Pflöcke einzuschlagen. Die EKD schien dem theologischen Denken Ratzingers nicht gewachsen. Die Reden an den „lieben Bruder in Christus“ waren einfach. Die EKD genoss den historischen Moment, den Papst in jenen Mauern zu wissen, wo einst der Reformator wirkte, der bis heute aus der Kirche ausgeschlossen ist. Sie sprach für das Fernsehen, das diese Begegnung, den Brudergruß zwischen Papst und dem EKD-Vorsitzenden Nikolaus Schneider festhielt. Deswegen reagierten die EKD-Vertreter bei der anschließenden Pressekonferenz zunächst begeistert. Ihr würden für immer die Worte „zusammen“ und „gemeinsam“ in Erinnerung bleiben, sagt Frau Präses Katrin Göring-Eckardt zunächst, wo der Papst doch gerade viel bisher Gemeinsames aufkündigen wollte«.

Ist der „liebe Bruder in Christus“ einfach nur herzig, so äußert sich Frau Katrin Göring-Eckardt so naiv-begeistert, daß ihr jeder Geist zu fehlen schien.

Interessant ist, daß der Papst es mit der Kirchensteuer vielleicht doch ernst zu nehmen scheint. Mit Erstaunen habe ich gelesen, daß die Kurie »seit 2008 von den deutschen Bischöfen verlangt, auf die Kirchensteuer zu verzichten, und sie bekommt keine Antwort«. »Hat der Papst sich also mit seiner „Freiburger Rede“ zum Sprachrohr ausgerechnet jener Politiker gemacht, die ihm nicht einmal im Bundestag zuhören wollten, und damit der katholischen Kirche in Deutschland einen Schlag versetzt, der die evangelische Kirche gleichermaßen beträfe?«

Was die Kirchensteuer betrifft wird übrigens in der Diskussion regelmäßig unterschlagen, daß der Staat für den Einzug dieser Steuer recht gut bezahlt wird. Ich verstehe ohnehin die Diskussion nicht: Wer sie nicht zahlen will, braucht nur auszutreten.

Doch wieder zum Papst und den Privilegien: »Viele Passagen der Rede wie auch der Predigt am Sonntagvormittag hat er fast wörtlich seinem Buch „Das neue Volk Gottes“ entnommen, einer Sammlung von Vorträgen und Aufsätzen aus dem Jahr 1969. Damals schrieb der Professor: „Es wird der Kirche auf Dauer nicht erspart bleiben, Stück für Stück von dem Schein ihrer Deckung mit der Welt abbauen zu müssen und wieder das zu werden, was sie ist: Gemeinschaft der Glaubenden. Tatsächlich wird ihre missionarische Kraft durch solch äußere Verluste nur wachsen können.“ Der Papst variierte am Sonntag diese These mit den Worten: „Die geschichtlichen Beispiele zeigen: Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage.“ Unter „Entweltlichung“ verstand Ratzinger schon damals die Trennung von politischer und kirchlicher Sphäre, etwa durch die Enteignung von Kirchengütern. … In der fast wörtlichen Übereinstimmung von Texten aus dem Jahr 1969 und dem Jahr 2011 ist Papst Benedikt XVI. dem Professor Joseph Ratzinger daher treu geblieben. Doch lohnt es sich, seine Aufsätze und Vorträge aus den sechziger Jahren als Ganzes zu lesen. So sagte er im Rundfunk auch voraus, die Kirche werde im Jahr 2000 „auch gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen“. Diese Passage hat der Papst nach der Relecture seiner früheren Werke ignoriert, desgleichen die Warnung des Professors vor einer „in verkehrter Weise forcierten“ Zurücknahme äußerer Positionen. Manche Vorteile seien durchaus „wertvoll“, urteilte Ratzinger im Jahr 1969. Für den Papst erweist sich etwa der Wert des Privilegs Kirchensteuer unter anderem darin, dass die Deutsche Bischofskonferenz dem Vatikan 8,5 Millionen Euro im Jahr schenkt. Ob die Entweltlichung der Kirche gemäß den Worten von Papst Benedikt wohl diesmal an ihrer Spitze in Rom beginnt?«

Was man schon vorher wissen, wenigstens ahnen/ konnte –  doch hinterher sind wenigstens manche klüger:

»Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hingegen zeigten sich abermals enttäuscht von dem Verlauf der ökumenischen Begegnung mit Papst Benedikt in Erfurt. Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Kock sprach gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ von einer „Demonstration des römischen Zentralismus“. Die von Benedikt repräsentierte Kirche „entzieht sich in einer bedrückenden dogmatischen Verengung sogar Diskussionen über Fragen, die gar keine ewigen Glaubenswahrheiten sind“. Die Begegnung des Papstes mit Vertretern der evangelischen Kirche im Erfurter Augustinerkloster bezeichnete Kock als entlarvend. Es habe sich gezeigt, wie wenig der Papst zu Fortschritten in der Ökumene bereit sei. Auch der Vorsitzende der Nordelbischen Kirchenleitung, Bischof Gerhard Ulrich, machte kein Hehl aus seiner Enttäuschung. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Kretschmann (Grüne), ließ sich in der Zeitung „Die Welt“ mit den Worten zitieren: „Ich glaube, dass die ganze Organisation des Vatikans einfach nicht ins 21. Jahrhundert passt.“«

Da zeigt sich, daß der Katholik Kretschmer wenig Ahnung von seiner Kirche hat. Doch nicht nur er wird wohl der Meinung sein: »Vor allem habe er sich stärkere Signale zur Ökumene gewünscht. „Irgendein Zeichen wäre wichtig und notwendig gewesen.“«

 

 

Dierk Schaefers Blog

»Missbrauchsopfer erlebten Papst bei Treffen „sehr bestürzt“«

Veröffentlicht in Kirche von dierkschaefer am 28. September 2011

Ja, was soll er auch anders sein? Das ist die normale erste Reaktion eines Menschen auf die Leidensschilderung eines Opfers. Doch was tut der zum Ohrenzeugen gewordene dann?

 

Das Treffen also wirklich stattgefunden.

»Nach der Schilderung seines Schicksals habe der Papst zu ihm gesagt: „Ich bin sehr bestürzt. Das ist wirklich schlimm, was man Ihnen angetan hat.“ Außerdem habe sich Benedikt XVI. für die Aufklärung der Vorfälle eingesetzt«.

 

Aber aufgeklärt ist schon viel, wenn auch nicht die Auswirkungen der katholischen Erziehungs- und Moralvorstellungen, auch nicht die Bedeutung des Keuschheitsgebotes für Kleriker, einschließlich Nonnen.

Was ebenso fehlt, ist die Bereitschaft, auch finanziell mit angemessenen Beträgen für Entschädigung und Schadensminderung zu sorgen.

Die Kirchen sind beide, Gott sei’s geklagt, in erster Linie um die Schadensminderung an ihrem Image bemüht.

http://www.ad-hoc-news.de/missbrauchsopfer-erlebten-papst-bei-treffen-sehr-bestuerzt–/de/News/22469675 [Mittwoch, 28. September 2011]

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Published by Helmut Jacob
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