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28. Dezember 2012 5 28 /12 /Dezember /2012 22:42

 

Was 2012 in Erinnerung bleibt

Nein, die diesjährige Politik unserer Bundesmutti ist es nicht wert, erinnert zu bleiben. Ihr Hick-Hack in Sachen Griechenlandrettung ist längst nicht mehr nachzuvollziehen. Je nach dem Stand des Wahlkalenders sabbelt sie dem Volk nach dem Maul, wünscht den Griechen den Austritt aus der EU, um ihre Verheißungen nach der Wahl wieder einzukassieren. Aber das Volk liebt sie; es hat schon viele Schaumschläger geliebt.

Ursula von der Leyen. Um Himmelswillen. Jeder Gedanke an sie wertet sie auf.

Auch das Geseiche der Kirchen zu den von ihnen geduldeten und oft genug geförderten Verbrechen an Säuglingen, Kindern und jungen Erwachsenen ist schnell vergessen. Es ist nur Kopie der vorangegangenen Jahre. Hohl, dumm und nicht ernstgemeint.

Unvergessen bleibt mir die Verarsche 2012:
„Bundesregierung zieht erste positive Bilanz aus dem Fonds ‚Heimerziehung West’"

 

http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_10/2012_469/01.html

2086 Vereinbarungen seien bis Mitte Oktober 2012 geschlossen worden. Es gab also Geld- oder Sachleistungen aus dem Opferfonds für Überlebende der Heimhöllen und Erziehungsgefängnisse der 2 Nachkriegsjahrzehnte.

Nachdem ich den zuständigen Staatssekretär mit der hohen Zahl der vermutlich noch lebenden Opfer konfrontiert und sie in Relation zur Zahl der bisherigen Almosenempfänger gesetzt habe (400.000 Überlebende / 2086 Vereinbarungen (nicht gerechnet die Mehrfach-Vereinbarungen) = etwa ½ Prozent Almosenakzeptanz), erhielt ich folgende, reichlich dämliche, Antwort:

„Angesichts der schrecklichen Erfahrungen, die ehemalige Heimkinder gemacht haben, verbietet es sich, mit Hilfe spekulativer Rechenexempel dem Erfolg oder Misserfolg des Fonds das Wort zu reden.“

http://helmutjacob.over-blog.de/article-4-seiten-schaumschlagerei-die-antwort-des-bundesfamilienministeriums-112783055.html

So rechtfertigt man das bis jetzt völlige Scheitern des Opferfonds. 99,5% der Opfer lassen sich nicht über den Tisch ziehen.

Die Klatsche des Jahres

Der katholische Pfarrer zeigte seiner angeblich sündigen Kindergärtnerin die Rote Karte und schmiss sie ob ihres angeblich lotterhaften Lebenswandels raus. Die Eltern der Kinder zwangen die Stadtverwaltung, ihrerseits die katholische Kirche aus dem Kindergarten rauszuschmeißen. Und so kam es: Der Rat der Stadt haute der katholischen Ortsgemeinde samt ihrem Pfarrer per Ratsbeschluß rechts und links eins um die Ohren und strich ihr die Trägerschaft über den Kindergarten. Hier ist dieser Sieg der Vernunft über einen Ast einer in weiten Teilen verlotterten Kirche (laut einem Urteil darf die katholische Kirche als „Kinderficker-Sekte“ bezeichnet werden: http://www.google.com/search?q=urteil+berlin+Kinderfickersekte&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t)

nachzulesen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/katholische-kirche-kuendigt-kindergaertnerin-kommune-kuendigt-kirche-a-823317.html

http://www1.wdr.de/themen/panorama/kindergartenkuendigung100.html

Die verregnete Freude des Jahres

Ein neues Kinderheim wurde nach einem Opfer benannt. Schon zu ihren Lebzeiten trug die Evangelischen Stiftung Volmarstein an Marianne Behrs den Wunsch heran, dieses neue Heim nach ihr zu benennen. Das geschieht sehr selten: Die Namensnennung und damit verbundenen Ehrung einer noch lebenden Person. Sicher noch nie ist es passiert, dass irgend eine Leitung einer anderen Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft den Mumm hatte, so wenigstens ein kleines Zeichen der Buße für das völlige Versagen in den Nachkriegsjahrzehnten und in den Jahren der Aufarbeitung zu setzen. Über die Hölle der kleinen Marianne lesen Sie hier:

http://gewalt-im-jhh.de/Erinnerungen_MB/erinnerungen_mb.html

Über das nach ihr benannte Haus lesen Sie hier:

http://gewalt-im-jhh.de/Marianne-Behrs-Haus_-_neues_Ki/marianne-behrs-haus_-_neues_ki.html

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Aktion_KK_-_kuscheliges_Kinder/aktion_kk_-_kuscheliges_kinder.html

Die Freude über diese Ehrung ist allerdings getrübt:

"Nun aber will die Evangelische Stiftung Volmarstein ein neues Heim nach einem mißhandelten Heimkind nennen. Dies ist die höchste Anerkennung, die auf symbolischer Ebene möglich ist. Was noch aussteht sind Entschädigungen. Insbesondere wird man der Angst der ehemaligen Heimkinder begegnen müssen, die mit der Aussicht auf erneute Heimunterbringung in Alten- bzw. Pflegeheimen verbunden ist."

So mahnte Dipl.-Psychologe/Dipl.-Theologe Dierk Schäfer, Pfarrer i.R. in seiner Rezension des Buches über Volmarstein.

http://gewalt-im-jhh.de/Gewalt_in_der_Korperbehinderte/Im_Herzen_der_Finsternis-2schaefer .pdf

Und tatsächlich: Schmerzensgeld, Schadensersatz, Absicherung des Alters nach einer verpfuschten Kindheit mit oft verpfuschtem weiteren Leben als Konsequenz des Erlebten stehen immer noch aus.

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/ESV_in_der_Pflicht_-_Endlich_V/esv_in_der_pflicht_-_endlich_v.html

Solange dieser Skandal nicht beseitigt ist, bleibt diese Ehrung eine leere Hülse und gerät gar in Gefahr, zu einer weiteren Täuschung der Opfer der Volmarsteiner Anstalten zu geraten.

 

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Published by Helmut Jacob
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