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31. Januar 2012 2 31 /01 /Januar /2012 23:50

Helmut Jacob   Am Leiloh 1   58300 Wetter                31. 01. 202

An das Zweite Deutsche Fernsehen

55100 Mainz

Telefax 061317012157

Email: info@zdf.de

Ihre Sendung „Mittagsmagazin“ vom 31. Januar 2012

Sehr geehrte Damen und Herren!

In Ihrer oben genannten Sendung strahlen Sie einen Beitrag über ehemalige Heimkinder der ehemaligen DDR aus. Es werden misshandelte Kinder und Jugendliche gezeigt, die ihr damaliges Erziehungsheim besuchen und offensichtlich unter der Konfrontation mit der Vergangenheit leiden. In diesem Zusammenhang verweist der Filmemacher auf „Entschädigungen“ für ehemalige Heimkinder in Westdeutschland. Ich bin ganz baff und erschrocken, weil mir diese Kenntnisse gar nicht vorliegen. Ich bin stets davon ausgegangen, dass die westdeutschen Heimopfer gar keine Entschädigungen erhalten. Wurde Ihnen vielleicht ein geheimes Papier des „Runden Tisches Heimerziehung“ oder des Bundestages zugesteckt? Hat Frau Ministerin von der Leyen, die sich 2008 kategorisch gegen eine Entschädigung ausgesprochen hat (http://www.taz.de/!28571/) eine Kehrtwendung vollzogen und entschädigt nun über geheime Kanäle? Selbstverständlich müssen Sie uns Ihre Informanten nicht nennen. Dennoch ist es für die Opfer von Gewalt und Terror in den Heimen wichtig, von Ihnen bzw. dem Beitragsautor zu erfahren, auf welche Wege sie diese Entschädigung erhalten, wo sie diese abholen können. Wir sehen Ihrer Antwort mit Spannung entgegen. Wegen der Bedeutung für alle Überlebenden der Heimhöllen mache ich Ihre Antwort selbstverständlich publik.

Oder habe ich Ihren Begriff „Entschädigung“ völlig falsch gedeutet? Wikipedia gibt mir zu diesem Begriff aus: „Eine Entschädigung ist eine Leistung, insbesondere eine Geldleistung, die zum Ausgleich erlittener Nachteile oder Einschränkungen geleistet wird.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Entsch%C3%A4digung). Nach meinen Erkenntnissen werden Geldleistungen überhaupt nicht gezahlt.

Oder bezieht sich der Autor gar auf den Abschlussbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ (RTH)? Dann hat er sehr schludrig recherchiert. Auf Seite 32, Punkt „2. Forderung der ehemaligen Heimkinder“ müsste er gelesen haben, wie sich die Opfer eine „Entschädigung“ vorstellen: Neben der Rehabilitierung und Einrichtung von Stützpunkten für Heimopfer wünschen sie sich als Entschädigung eine materielle Anerkennung in Form von Lohnersatzzahlungen UND Schmerzensgeld. Seit Jahren fordern sie in diesem Zusammenhang eine Opferrente von 300 Euro monatlich oder eine einmalige Ausgleichszahlung (S. 33 links). In Kapitel 3 müsste er gelesen haben, dass diese Forderungen mit windigen Argumenten abgeschmettert wurden. Prof. Dr. Manfred Kappeler, Sozialwissenschaftler, der in Ihrem Sender zur Thematik oft zu Wort kam, hat diese Betrügereien analysiert. Darum lehnt die Mehrheit der Heimopfer die Empfehlungen des RTH in Bausch und Bogen ab. Sehen Sie hierzu die durchgeführten Abstimmungen des „Vereins ehemaliger Heimkinder“ und des Pfarrers i.R. Dierk Schäfer.

Sie fordern eine Opferrente, damit sie beispielsweise bei erforderlichem Leben im Altenheim das Personal bestechen können, dem sie – nun ein weiteres Mal - schutzlos ausgeliefert sind. Ein kleiner „goldener Handschlag“ kann für Wohlwollen sorgen und verhindern, dass die damals Gequälten im Alter erneut verdroschen, vernachlässigt, beleidigt, bedroht, zwangsgefüttert, geängstigt, falsch medikamentiert, medizinisch unterversorgt, missachtet werden.

Die zweijährige Tätigkeit des „Runden Tisches Heimerziehung“ habe ich aufmerksam verfolgt und auf der Homepage der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ dokumentiert. Die schreibende Presse, aber auch zahlreiche Rundfunk- und Fernsehkommentatoren sind sich dahingehend einig, dass es eine Entschädigung, die den Namen verdient, nicht gibt. Ich bitte Sie noch einmal, mich über andere Erkenntnisse Ihres Hauses zu informieren.

Für zukünftige Recherchen Ihrer Journalisten nenne ich Ihnen in der Anlage Links, aus der Sie ein Stimmungsbild der Heimopfer, ihrer Sympathisanten und anderer Presseorgane ableiten können.

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

mit freundlichem Gruß

Helmut Jacob

http://veh-ev.info/

http://dierkschaefer.wordpress.com/

http://www.ex-heimkinder.de/

http://gewalt-im-jhh.de/Runder_Tisch_-_Informationen_u/runder_tisch_-_informationen_u.html

http://gewalt-im-jhh.de/hp2/Runder_Tisch_Heimkinder__Vollm/runder_tisch_heimkinder__vollm.html

http://gewalt-im-jhh.de/hp2/Abschlussbericht_RTH.doc Stellungnahme Prof. Kappeler

http://gewalt-im-jhh.de/Schafer_-_Kappeler_und_sonstig/schafer_-_kappeler_und_sonstig.html

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Statements_Prof__Manfred_Kappe/statements_prof__manfred_kappe.html

Abstimmung Dierk Schäfer: http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/03/01/basisumfrage-das-abstimmungsergebnis/

Abstimmung „Verein ehemaliger Heimkinder“ (nach unten scrollen): http://veh-ev.info/

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Published by Helmut Jacob
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