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10. Januar 2013 4 10 /01 /Januar /2013 17:20

In „Süddeutsche.de" beschreibt Roland Preuß des Pudels Kern einer beabsichtigten einseitigen Vertragsänderung:

Im Vertragsentwurf des VDD vom Mai vergangenen Jahres, dessen Wortlaut der Süddeutschen Zeitung vorliegt, fordert die Kirche letztlich die Kontrolle über die spätere Präsentation der Untersuchung. "Über die Veröffentlichung" der Zwischen- und Abschlussberichte des Projekts, "insbesondere Art und Umfang der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse gegenüber der Öffentlichkeit, entscheiden VDD und KFN gemeinsam. Ist eine Einigung nicht möglich, unterbleibt die Veröffentlichung." Das heißt: Kommen die Forscher zu unliebsamen Ergebnissen, könnte die Studie in der Schublade verschwinden. Alle Datenbestände der Untersuchung seien zudem "an den VDD herauszugeben", heißt es im Entwurf weiter.

http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-angst-vor-der-ganzen-wahrheit-1.1568329

Und darum ist die Studie vorerst gescheitert. Denn das empfindet der Vertragspartner als Zensur. Hier ein kleiner Pressespiegel vom 8. Februar 2012: 

http://www.google.com/search?q=studie+sexueller+missbauch+gescheitert&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t#q=studie+sexueller+missbrauch+gescheitert&hl=de&tbo=u&source=univ&tbm=nws&sa=X&ei=uHTtUPjlPI3NswbixoG4DQ&ved=0CDUQqAI&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&bvm=bv.1357316858,d.Yms&fp=8fcfaa4f3adef75d&biw=1024&bih=676

Den Meldungen ist nichts hinzuzufügen. Allerdings ist dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen und seinem Direktor Professor Christian Pfeiffer eine gewaltige Blauäugigkeit vorzuwerfen. Ein Blick ins Internet, hier besonders auf die Homepage „netzwerkB“ der Opfergruppe um Norbert Denef, hätte gereicht, um das Begehren der katholischen Kirche nach angeblich unabhängiger Aufarbeitung der Verbrechen ihrer Priester abzulehnen. Die Infos zeigen: Aufarbeiten will die katholische Kirche nicht.

http://netzwerkb.org/

Im Internet hätte Christian Pfeiffer nachlesen und per youtube sehen und hören können, dass die katholische Kirche seit Beginn der Aufarbeitung - nicht nur der sexuellen motivierten Verbrechen, sondern auch der Gewaltexzesse in den Heimen unter Trägerschaft der Caritas in den drei Nachkriegsjahrzehnten - , verharmlost, relativiert, täuscht, Opfer bedroht und vor Gericht zerrt, Unwahrheiten verbreitet und immer wieder zu erkennen gegeben hat, dass sie in Wirklichkeit keine Aufarbeitung möchte.

http://kinderinheimen.blogspot.de/2008/03/entscheidungeneschweiler-kinderheim.html

Pfeiffer hätte auch lesen können, dass es gang und gäbe war und ist, verbrecherische Priester, die überfuhrt wurden, einfach in andere Gemeinden zu versetzen, wo sie dann zum Teil ihr schändliches Treiben fortsetzen konnten. 

Gefehlt hat auch die Zusammenarbeit mit den Opfern und ihren herausragenden Vertretern. Auf der HP von Norbert Denef ist über eine solche Zusammenarbeit nichts zu finden. Nur die Opfer können umfangreiche Informationen geben und sind eine verlässliche Auskunftsquelle, wenn sie Vertrauen zu den in den Aufarbeitungen Tätigen aufbauen konnten. Bei der ehemaligen Vorsitzenden des „Runden Tisches sexueller Missbrauch“ Christine Bergmann war dies der Fall und so kann sich das Ergebnis als verlässliche, wahre und klare Studie sehen lassen. Dementsprechend sind auch die Forderungen von Christine Bergmann nach umfangreichen Entschädigungsleistungen auch seitens der verantwortlichen Heime bei den Opfern auf Anerkennung gestoßen. Ganz anders sieht es im Bereich der Aufarbeitung durch den „Runden Tisch Heimerziehung“ unter Leitung der Pastorin Antje Vollmer aus. Die Ergebnisse werden von den Heimopfern nicht akzeptiert und die Empfehlungen erst recht nicht. Nach anfänglichem Wohlwollen hat Vollmer durch Manipulationen und Beeinflussungen der sogenannten Opfervertreter das Vertrauen der vielen hunderttausend Heimopfer verloren.

Dass Akten, auch Personalakten von pädophilen Priestern, vernichtet wurden, liegt auf der Hand. Seit dem Jahre 2006 haben gewaltige Naturkatastrophen unser westdeutsches Land und in den letzen drei Jahren auch die ehemalige DDR gebeutelt. Komplette Keller von Einrichtungen der Erziehungs- und auch der Behindertenhilfe sind plötzlich abgesoffen, sprich, riesige Aktenberge den Naturgewalten anheimgefallen. Die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ beispielsweise hat dieses Verschwinden von Unterlagen auf ihrer Homepage dokumentiert. Waren bei einem ersten Treffen der Opfervertreter noch zwei Tische voller Akten sichtbar, musste der derzeitige Stiftungssprecher bekennen, dass so gut wie nichts mehr an entsprechendem Material vorhanden sei.

http://gewalt-im-jhh.de/Archiv_der_ESV_-_gesammelte_Er/archiv_der_esv_-_gesammelte_er.html

Übrigens: Nur ein Träumer darf erwarten, dass diese Verbrechen in irgendwelchen Akten nachlesbar sind.

Dass der renommierte Kriminologe Pfeiffer den Auftrag der katholischen Kirche angenommen hat, war sicher blauäugig und leichtsinnig zugleich. Bei der katholischen Kirche kann man nur verlieren. Jetzt versucht sie das alte Spiel der Verunglimpfung. Sie unterstellt Pfeiffer Vertragsbruch, verweist auf den Datenschutz und versucht, sich als Opfer darzustellen. Irgendein Nachfolger wird für Pfeiffer gefunden werden. Ihm wird schon darum der Ruch der Unglaubwürdigkeit anhängen, weil er nach dem Skandal der Abservierung Pfeiffers diese Aufgabe angenommen hat. Zumindest steht zu befürchten, dass der Nachfolger ein Gefälligkeitsgutachten abzuliefern hat. Ein Gutachten, wie es das erste in Auftrag gegebene forensische zu sein scheint. Norbert Leygraf, Direktor des Instituts für forensische Psychiatrie des LVR-Klinikum Essen, Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen ist als Gutachter für die katholische Kirche tätig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Leygraf

"Täter, die innerhalb ihrer Kirche verblieben, verfügten über einen sozialen Kontrollrahmen, der im Sinne der Prävention als Schutzfaktor angesehen werden könne, "wird Leygraf wiedergegeben.

http://kirchensite.de/aktuelles/news-aktuelles/datum/2012/12/07/studie-priester-als-missbrauchstaeter-nur-selten-paedophil/

In seiner Studie beruft sich Leygraf auf andere Studien und er wertet Material aus, das ihm von Bistümern (allerdings nicht allen, einige haben sich ausgeklingt) vorsortiert zur Verfügung gestellt wurde. Ein lesenswerter Kommentar zu dieser Studie ist hier zu finden:

http://missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de/2012/12/kommentare-zur-leygraf-studie-35.html

Die katholische Kirche will keine Aufarbeitung, die Caritas auch nicht und die evangelische Konkurrenz ebensowenig. Zwar ließ die evangelische Kirche etwas mehr Licht ins Dunkel, aber nur, weil ihr der Wind heftig ins Gesicht blies und sie das Aussitzvermögen der katholischen Kirchenleitung nicht besaß. Zudem sind 2 Diakoniepräsidenten über ihre eigenen Aussagen gestolpert und damit war das Diakonische Werk monatelang gelähmt.

Die unseligen, teils unanständigen Geleitworte der Anstaltsleiter in den Büchern der Historiker, in denen die Wahrheit wenigstens teilweise an die Öffentlichkeit gebracht wird, sprechen eine deutliche Sprache. Sie, die Einrichtungen und Rechtsnachfolger, bekennen sich längst nicht umfassend zu den Verbrechen unter ihren Dächern. Sie versuchen immer noch, diesen damaligen Kinderheimhöllen den Begriff „Hölle“ streitig zu machen, indem sie Nebenschauplätze formulieren (Heute ist alles besser; wir haben Leitlinien entwickelt, wir stellen uns offensiv der Thematik), die von den physischen, psychischen und sexuellen Gewaltexzessen ablenken sollen, oder indem sie beschönigende, verharmlosende Begriffe (Lieblosigkeit, Liebesentzug, negative Erlebnisse) für die Verbrechen finden. Ein Stiftungsleiter verwies zudem beispielsweise darauf, dass behinderten Opfern ja in der NS-Zeit noch größeres Leid beschert gewesen wäre.

Auch Manipulationsversuche der Opferstellen selbst sind nicht auszuschließen. So überfrachtete die Behinderteneinrichtung Bethel bei Bielefeld das Buch über die Erziehungsanstalt in Freistatt so mit Lobeshymnen anstaltseigener Schreiber, dass die Kapitel der Forscher Dr. Ulrike Winkler und Prof. Hans-Walter Schmuhl, zudem im hinteren Bereich des Buches eingeordnet, fast untergehen.

Die Evangelische Stiftung Volmarstein wollte ursprünglich den Bock zum Gärtner machen und den Archivar des Diakonischen Werkes Deutschland mit der Erfassung der „Lieblosigkeiten“ im Johanna-Helenen-Heim beschäftigen. Die Opfervertreter konnten dieses Ansinnen verhindern. Nur darum ist eine Dokumentation von Dr. Ulrike Winkler und Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl entstanden, die glaubwürdig ist und von den Opfern mitgetragen wird. Außerdem drängte die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006"  darauf, dass die Erlebnisse der Kinder im vorderen Bereich des Buches zu finden sind.

http://gewalt-im-jhh.de/Gewalt_in_der_Korperbehinderte/Inhaltsv1.jpg

Diese Dokumentation hat letztendlich dazu beigetragen, dass andere Heime der Behindertenhilfe sich ebenfalls für dieses Forscherduo entschieden und damit, trotz aller Weißwaschgänge im Geleitwort der Bücher, der Einrichtung zu mehr, wenn auch unverdienter Glaubwürdigkeit verholfen haben.

Hier weitere interessante Links:

http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/interviews/audio143525.html

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/missbrauch751.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-angst-vor-der-ganzen-wahrheit-1.1568329

Nachtrag am 14.01.13:

"Papst Benedikt XVI. ist es, der bis heute nicht die EXKOMMUNIKATIONSDROHUNG an alle Bischöfe, welche Pädophiliefälle an staatliche Behörden melden, zurückgenommen hat. Es ist eher damit zu rechnen, daß die Bischöfe Akten vernichten werden (und schon vernichtet haben), statt sie an den Staat weiterzuleiten. Papst Benedikt XVI. und nicht in erster Linie die Bischöfe ist der GROSSE VERTUSCHER im Hintergrund aller Vertuscher.

Meine abschließenede Empfehlung: sehen Sie sich auf www.youtube.de den erschütternden BBC-Film an: “Sex Crimes and the Vatican” aus dem Jahr 2006 von Colm O’Gorman, ein Film, der in Deutschland nicht gezeigt werden darf."

http://debattiersalon.de/der-padophilie-skandal-und-die-grose-vertuschung/#more-3548

 


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Published by Helmut Jacob
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