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12. August 2014 2 12 /08 /August /2014 22:28

Man hat gar nicht so viel Zeit, die vielen Lumpereien rund um das Thema Heimkinder zu dokumentieren. Da ist es eine große Hilfe, wenn andere Interessierte ebenso lesen und recherchieren. Der evangelische Theologe Dierk Schäfer hat sich auf die Seite der Heimopfer gestellt und trägt auf seinem Blog wieder Fundstellen und eigene Beiträge zusammen. Hier einige Auszüge:

„Dieses Verfahren ist notwendig“

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 8. August 2014

„Dieses Verfahren ist notwendig, da die Mittel des Fonds aus öffentlichen Geldern zur Verfügung gestellt werden und im öffentlichen Interesse darauf zu achten ist, dass mit diesen verantwortungsvoll umgegangen wird.“

Aber ja doch. Nach dem verantwortungslosen Umgang mit Schutzbefohlenen, kommt endlich Ordnung in die Angelegenheit. Die neue Verantwortung heilt die unverantwortlichen Ausbeutungs- und Erziehungsmaßnahmen von damals.

»Zu den Verspätungen komme es durch den „großen Zuspruch“ von Betroffenen, sie seien unvermeidbar«.[1]

Viele sterben unvermeidbar auch vorher.

Wie heißt dieser Bürokrat? Stahl heißt er. Hart ist er wie Kruppstahl. Nach seinem Ableben wird mancher sagen: Er stahl uns den letzten Rest von Würde.

[1][1] http://www.fnp.de/nachrichten/politik/Die-Wut-der-Heimkinder;art673,975698

Kürzungen beim Opferfonds – Wer ist das Karnickel?

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 7. August 2014

Kürzungen beim Opferfonds

“Grund für die Kürzung ist, dass die notwendigen Abstimmungen mit Ländern und Kirchen über deren Beteiligung sich verzögert.”

http://www.bundestag.de/presse/hib/2014_05/-/280560

Tagged with: ehemalige Heimkinder, Fonds für Opfer, Kürzungen

Was kann der Fonds Heimerziehung West leisten?

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 7. August 2014

Man kann die Interviewer-Anstöße anklicken und erhält die Antworten im Interview.

Ich habe nur angeklickt „Es gibt harsche Kritik am Fonds Heimerziehung: Viele ehemalige Heimkinder sind bitter enttäuscht.“

In der Antwort: „Viele Betroffene verstehen die finanzielle Unterstützung auch als Symbol der Anerkennung. Wir bekommen zahlreiche berührende Schreiben von Ehemaligen, die das aussagen.“ Da hätte ich gern mehr Informationen bekommen, was auch unter Wahrung des Datenschutzes möglich gewesen wäre. Was haben die dem Fonds dankbaren Heimkinder aus der Heimzeit berichtet? Und dann die Anzahl der Schreiben in Relation zur Gesamtgruppe und ausgewählt von einer unparteiischen Person der Wortlaut einiger typischer Briefe.

Danach hatte ich keine Lust mehr, noch die anderen Positionen anzuklicken.

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/evangelische-perspektiven/beratungsstelle-fonds-heimerziehung-100.html

So finanziert sich die Caritas

Posted in Gesellschaft, Politik by dierkschaefer on 5. August 2014

So finanziert sich die Caritas – und das dürfte bei den anderen Verbänden ähnlich sein: Diakonie, Arbeitersamariterbund, Rotes Kreuz u.a.

“Sozialgesetze regeln in Deutschland, wem welche Hilfen zustehen. Der Staat überträgt diese (Pflicht-)Aufgaben freien Trägern wie der Caritas und regelt, wie viel Geld sie für diese Leistungen aus der Sozialversicherung bekommen. Ergänzende und freiwillige Angebote finanziert die Caritas über Eigenmittel, Spenden und öffentliche Zuschüsse.”

http://www.caritas.de/diecaritas/transparenz/finanzierung/ueberblick

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Aktuelle Mißbrauchsstudie

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 5. August 2014

„Im Erzbistum Freiburg sind in der Zeit von 1942 bis heute 185 Fälle sexuellen Missbrauchs bekanntgeworden, 72 Opfer waren Heimkinder. In der Mehrzahl der Fälle waren Priester die Täter, die sich meistens an Jungen vergingen. Das belegt eine aktuelle Studie.“[1]

[1] http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/suedbaden/studie-ueber-missbrauch-im-bistum-freiburg-priester-missbrauchten-meistens-jungen/-/id=1552/did=13803182/nid=1552/q556nt/#Kommentieren

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„Züchtigen ist ein Gesamtkonzept.“

Posted in Kinderrechte, Kriminalität, Pädagogik, Religion, Soziologie, Weltanschauung by dierkschaefer on 2. August 2014

»Jeder Schlag ist Misshandlung Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland grundsätzlich jede Körperstrafe unabhängig von ihrer Härte als Misshandlung, auch emotionale Misshandlung und Vernachlässigung zählen dazu. Einige Formen stehen nach dem Strafgesetzbuch unter Strafe. Ärzte, Pädagogen und Psychologen unterliegen auch bei Kindern ihrer Schweigepflicht, bis sie den Verdacht hegen, das Kindeswohl könne gefährdet sein.«[1]

[1] http://www.spiegel.de/schulspiegel/zwoelf-staemme-sekte-zeigt-rtl-reporter-an-a-984059-druck.html

Aus dem Bistum Trier

Posted in Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 1. August 2014

Meldung des Saarländischen Rundfunks

»(29.07.2014) In Lebach hat ein Pfarrer 2012 einem Jugendlichen Geld für eine sexuelle Handlung angeboten. Das Verfahren gegen den Pfarrer wurde im März 2014 wegen geringer Schuld gegen eine Zahlung von 6000 Euro eingestellt. Der Pfarrer hat die Geldauflage akzeptiert. Nun wurde auch seine Beurlaubung von Bistum wieder aufgehoben. Er darf wieder praktizieren, soll allerdings nicht in Lebach eingesetzt werden.«[1]

Lebach ist im Beritt des Trierer Bischofs Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der deutschen Bischofskonferenz.

Zur Meldung drei Links:

http://www.sr-online.de/sronline/nachrichten/panorama/trier_bistum_pfarrer_beurlaubung_aufgehoben100~print.html

http://www.schafsbrief.de/archiv-bis-01-11-2012/

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Sex-gegen-Geld-Priester-muss-6000-Euro-Strafe-zahlen;art806,3833130

[1] http://www.sr-online.de/sronline/sr3/uebersicht/sr_3_thema/initiative_schafsbrief_entscheidung_lebacher_pfarrer100.html Freitag, 1. August 2014

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Die Heimkinderakten beim Landeskriminalamt

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 31. Juli 2014

Da gehören sie wohl hin. Doch hier ist mit LKA das Landeskirchliche Archiv gemeint. Dorthin hat die Brüdergemeinde ihre kompletten Akten bis zum Jahr 1984 abgegeben, so heißt es im Artikel.[1] Da können sie von den ehemaligen Heimkindern eingesehen werden und stehen der wissenschaftlichen Aufarbeitung zur Verfügung. Und die Akten nach 1984? Datenschutz, doch die könnten auch interessant sein.

Das ganze ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn nur bis Ende September 2014 können Anträge auf Finanzleistungen gestellt werden. Eine Notwendigkeit für die dead-line gibt es nicht, doch sie könnte Geld sparen helfen, einen Schlußstrich ziehen. Aber: Wenn über eine üble Sache endlich Gras gewachsen ist, kommt garantiert ein dummer Esel, der es wieder runterfrisst.

Gott-sei-Dank!

[1] http://www.stuttgarter-nachrichten.de/thema/Stuttgart

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Ausgeliefert

Posted in Justiz, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 30. Juli 2014

»Die Staatsanwaltschaft Krefeld wirft einem deutschen Priester sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in 37 Fällen vor. Doch bislang weilte der Verdächtige in Südafrika. Nun wurde er ausgeliefert. Er hatte sich einst selbst angezeigt«[1].

[1] http://www.focus.de/politik/deutschland/vergriff-er-sich-an-vielen-kindern-missbrauch-suedafrika-liefert-deutschen-priester-aus_id_4027632.html

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#Alarm: Die vielen Blogs sind den meisten Regierungen ein Dorn im Auge

Posted in Journalismus, Justiz, Medien, Politik, Soziologie by dierkschaefer on 26. Juli 2014

» Die vielen Blogs und alternativen Medien, die in den vergangenen Jahren praktisch überall auf der Welt entstanden sind, sind den meisten Regierungen ein Dorn im Auge«[1]

[1] http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/26/eu-staaten-wollen-verlags-haeuser-und-staats-sender-im-internet-privilegieren/

Omerta cattolica

Posted in Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 24. Juli 2014

»Lange hüllte die katholische Kirche einen Deckmantel des Schweigens über sexuellen Missbrauch durch Geistliche«[1].

[1] http://www.dw.de/st%C3%BCck-f%C3%BCr-st%C3%BCck-f%C3%A4llt-der-katholische-mantel-des-schweigens/a-17806407

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Ein aufschlußreicher Brief des brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.

Posted in Geschichte, heimkinder, Justiz, Kinderrechte, Kriminalität by dierkschaefer on 22. Juli 2014

Der Brief Brandenburg Spezialheime nennt für das Gebiet des heutigen Landes Brandenburg die Zahl von 20.000 Kindern und Jugendlichen, die zur Zeit der DDR in Spezialheimen lebten. [Hochgerechnet auf die 14 ehemaligen Bezirke der DDR könnten es 280.000 Betroffene sein!]

Diese Gruppe hat Anspruch auf Ausgleichsleistungen. Doch das Ministerium sieht rechtliche Hürden im Interesse der Anspruchsberechtigten zu handeln. Denn die Daten der Einzelfälle in sogenannten Beschlußregistern sind nicht öffentlich zugänglich, auch nicht für Amtspersonen ohne Auftrag der Betroffenen; denn ausschließlich die Betroffenen können Akteneinsicht beantragen. Die Daten können also nicht genutzt werden, um ehemalige DDR-Heimkinder über ihre Ansprüche zu informieren. Das geht nur über allgemeine Öffentlichkeitsarbeit.

Man sieht geradezu die Tränen des Mitleids in den Augen der Ministerin. Dummerweise wurde auch noch eine Antragsfrist beschlossen. Bis Ende September 2014, wenn ich mich nicht irre. Bis dahin wird man wohl leider nicht alle erreichen. Aber „Pech gehabt“ ist ohnehin die Lebenserfahrung dieser Menschen, da darf man sie nicht irritieren. Das hat auch den Vorteil, daß der Fonds wohl ausreichen wird, der 280.00 Anträgen nicht gewachsen wäre.

Noch ‘ne kleine Nachbemerkung:

»Die Anzahl der gestellten Anträge war … unerwartet hoch«

Tja, die könnte noch viel höher sein. Doch man ist wohl noch einmal davongekommen.

http://www.wochenspiegel-web.de/wisl_s-cms/_wochenspiegel/7459/Wittenberg/41599/__8203_Mehr_Geld_fuer_den_DDR_Heimkinderfonds.html

Tagged with: Brandenburg, DDR, DDR-Heimkinder, Heimkinder Ost

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Gut gebrüllt, Löwe – oder doch nur ein Kätzchen?

Posted in heimkinder, Politik by dierkschaefer on 17. Juli 2014

Gut gebrüllt, Löwe – oder doch nur ein Kätzchen?

http://www.sozialismus.info/2014/07/ehemalige-heimkinder-gewalt-und-zwangsarbeit-wann-kommt-die-entschaedigung/

Bleiben wir im Reich der Tiere, so erinnert dieser Gruß mich an Reineke, den Fuchs[1]

»Mark Hauptmann begrüßt Kabinettsbeschluss zur Aufstockung des Heimkinderfonds«

http://www.dtoday.de/regionen/mein-today/parteien_artikel,-Hilfsansprueche-koennen-abgesichert-werden-_arid,359948.html

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Reineke_Fuchs

Ein Theologe, er spricht vom “Symbolcharakter”

Posted in Kirche, Kriminalität, Theologie by dierkschaefer on 15. Juli 2014

»Wenn juristische Ansprüche verjährt und die Täter nicht mehr zu ermitteln sind oder diese nicht mehr leben, zahlen die beiden evangelischen Landeskirchen 5.000 Euro an die jeweiligen Opfer. Die Geldzahlung habe „Symbolcharakter“, sie sei „ein Element in einem Gesamtsystem von Unterstützung“, sagt Albert Henz, theologischer Vizepräsident der EKvW. Das Leid der Opfer lasse sich „nicht entschädigen und nicht wiedergutmachen“. Es gehe darum, sie „ernst zu nehmen, anzuerkennen und ihr Schicksal zu würdigen“«[1].

Wenn ein Theologe vom Symbolcharakter spricht, weiß er wohl, welchen Begriff er benutzt.   Symbolum ist die kirchenlateinische Bezeichnung für das christliche Glaubensbekenntnis, ist Synonym, gleichbedeutend für Credo.[2]Wie vielfältig die Glaubensbekenntnisse sind und welche Wirkungen sie gegeneinander entfaltet haben, mag man bei Wiki nachlesen.[3]

Was mag nun das Glaubensbekenntnis des theologischen Vizepräsidenten der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) sein?

Da ist zunächst der Glaube an die Verjährung, also der Glaube an die Normen des säkularen Rechtsstaates, die seine Kirche von Rechtsfolgen befreien. Verjährt ist verjährt. Er denkt wohl nicht daran, daß diese Einstellung auch theologische Implikationen haben könnte.[4]

Kann ihm vorwerfen, daß er an den schnöden Mammon glaubt? Geld, sagt er, habe Symbolcharakter, sei als solches ein Element in einem Gesamtsystem von Unterstützung. Das Gesamtsystem von Unterstützung bleibt nebulös? Wie sieht die denn aus? Ist sie auch reine Glaubenssache? Immerhin kann er mit diesen beiden Bekenntnissätzen viel Geld sparen.

Er bewegt sich mit seinem sonstigen Glauben in traditionsbewährten Bahnen. Die sexuellen Übergriffe in kirchlichen Gefilden sind die ganz schlimmen, die Gewalt nicht so sehr. Das Klingelbeutelgeld als Geste gibt es nämlich ausschließlich für sexuelle Übergriffe von Einzeltätern in kirchlichem Anstellungsverhältnis. Es geht nicht um die Strukturen, die  Mißhandlungen und Ausbeutung in diversen Erziehungseinrichtungen förderten, erst recht nicht um eine fehlgeleitete Theologie. Diese Mißhandlungen sind nicht einmal finanziell-symbolisch anerkennenswert.[5]

Damit bekundet er auch seinen Glauben an die Kirche, an die real existierende Kirche Jesu Christi in evangelisch Westfalen. Er schützt ihre Strukturen samt ihren Heimen und deren Vergangenheit.

Hierzu gehört auch sein Glaube an die Verfahren der Antragstellung bei der Anlaufstelle. Seine „Troika“, gebildet von der Evangelischen Kirche von Westfalen, der lippischen Landeskirche und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, besteht auf einem persönlichen Antrag und ausführlicher Fallschilderung durch die traumatisierten Opfer. Zum anonymisierten Fall, der eine individuelle Problematik verdeutlich, wurde ganz deutlich eine Stellung- oder gar An-nahme verweigert.[6]

Ja, man kann ihm im Blick auf sein Gewissen und das Kirchenbudget nur zurufen: Sei getrost, dein Glaube hat dir geholfen! Das sagte Jesus nach Matthäus 9;20. An Kirchenfunktionäre hat er dabei wohl nicht gedacht – glaube ich.

[1] http://www.lz.de/owl/11182331_Spaete_Zahlungen_an_Missbrauchsopfer.html Dienstag, 15. Juli 2014

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Symbolon_%28Begriffskl%C3%A4rung%29

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Glaubensbekenntnisse

[4] http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/07/das-jc3bcngste-gericht2.pdf

[5] http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/02/08/betr-anerkennung-leid/

[6] http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/05/28/klartext-wenn-auch-pseudonymisiert/

 

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Published by Helmut Jacob
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