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26. September 2009 6 26 /09 /September /2009 00:35
Bischöfe planen eigene Hotline für ehemalige Heimkinder
Die Bischöe kündigten auch an, das Schicksal von Heimkindern in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik aufzuklären. Unter anderem erwägt sie eine eigene bundesweite Hotline für Betroffene aus katholischen Einrichtungen. ...
Der Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte nach der Herbstvollversammlung der Bischöfe, die Kirche wolle ihr Angebot an seelsorgerlicher und psycho-therapeuthischer Hilfe stärker in den Mittelpunkt rücken. Es gehe darum, Betroffenen noch besser bei der Aufarbeitung und Verarbeitung ihrer Biographie zu helfen.

... Den Bischöfen gehe es auch darum, das Geschehen gemeinsam mit den Betroffenen aufzuarbeiten. Auch wolle die Bischofskonferenz herausfinden, „wie groß das Unrecht tatsächlich ist, das geschehen ist“.

... Nachdrücklich rief er alle Träger kirchlicher Einrichtungen auf, die Aufarbeitung durch Akteneinsicht zu unterstützen. „Wir sind an der Sache dran, zeitnah“, unterstrich er.
(kna,dr)
http://www.domradio.de/bischofskonferenz/artikel_57119.html
http://www.zenit.org/article-18658?l=german


Kommentar

Wenn Erzbischof Robert Zollitsch Hilfe ankündigt, ist höchste Alarmbereitschaft angesagt. Durch seine unsäglichen Äußerungen, mit denen er die Verbrechen an Heimkindern unter dem Dach der katholischen Kirche in den 50er und 60er Jahren verharmlost, relativiert und teils rechtfertigt, hat er sich mehrere Male ins Abseits geschossen und jede Glaubwürdigkeit verspielt. Wer sich heute noch erdreistet, von Einzelfällen zu sprechen, darf wirklich nicht mehr verlangen, ernst genommen zu werden. Zuletzt soll er in einer Zeitschrift geschrieben haben, „... dass sich die Zahl der problematischen Fälle im unteren dreistelligen Bereich befinde,“ http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Nachrichten/id/283878

Unter diesem berechtigten Mißtrauen ist auch das Angebot einer Hotline zu betrachten. Er und die katholische Kirche wissen genau, dass bereits  Anrufe von einem Prozent der Heimopfer eine unvorstellbar hohe Zahl darstellen. Schließlich haben die Kirchen ganze Arbeit geleistet und tausende Wracks hinterlassen.

Der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ ist es gelungen, bei 10% der Opfer in einem Heim für behinderte Kinder das Schweigen wenigstens zum Teil zu brechen. Und das ist zwei Jahren intensivster Arbeit und umfangreicher Vertrauensbildung zu verdanken.

Da Zollitsch und andere führende Katholiken auf der ganzen Welt dieses Vertrauen in Sachen Heimkinder verplempert haben, wird er kaum 1 Promille der noch lebenden Opfer ans Telefon locken können. Und dann geht die Rechnung auf: So viele Heimopfer sind es doch gar nicht.

Auf seine sonstigen Hilfsangebote seelsorgerischer oder psychotherapeutischer Hilfe verzichten die Opfer gern. Welches Schaf legt sich freiwillig vor die Zähne eines Löwen? Und auch die von ihm geforderte Unterstützung der Heime bei der Aufarbeitung durch Akteneinsicht ist mehr als durchsichtig. Erstens sind die meisten Akten in Mülldeponien versunken, oder es entstand Klopapier aus ihnen. Zweitens sind die Verbrechen der Verbrecher in diesen Akten nicht zu finden. Man muß schon reichlich naiv sein, dort auswertbare Fundstücke zu erwarten. Dieses unnütze Hilfsangebot soll Entschädigungsforderungen wie eine lästige Falte wegbügeln. Zollitsch hat es ja nicht einmal glaubhaft fertig gebracht, sich als Rechtsnachfolger für die Verbrechen zu entschuldigen.

So, Herr Zollitsch geht es nicht. Sie müssen sich an dem Ruf Jesu Christi messen lassen: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich.“ Mark. 10,14. Er sagte nicht: ... und schlagt sie zusammen.

Helmut Jacob
25. 09. 2009

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Published by Helmut Jacob
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