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21. April 2009 2 21 /04 /April /2009 18:36
Kommentar zum Bericht in der FAZ.NET vom 20. April 2009:

 

„Die Betreuer wurden mit den Kindern ausgestoßen“


http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~E32B042D16D8643ADB25117F595A85F29~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed

 

Jetzt jammern Sie, die vor 40 bis 60 Jahren auf ganzer Linie versagt haben, die selbst zum Verbrecher wurden oder tatenlos zusahen, wenn andere an Kindern und Jugendlichen Verbrechen verübten. Sie probieren, den Zeitgeist durch den Fleischwolf der Rechtfertigung zu drehen, dass einem übel wird. Nach ihrer Lesart galt es als chic, dass Kinder bis zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen wurden, dass ihnen die Knochen gebrochen wurden, dass sie zur Strafe in Leichenhallen eingesperrt wurden, dass sie ihr eigenes Grab schaufeln mussten, dass sie in Dunkelhaft tagelang eingesperrt wurden, dass sie „waterboarding“ erlebten, dass ihnen Schulbildung vorenthalten wurde, dass ihnen die medizinische Versorgung verweigert wurde, dass sie zur Zwangsarbeit ins Moor geprügelt wurden, dass ihnen sexuelle Gewalt angetan wurde, dass ihnen psychische Gewalt rund um die Uhr zugefügt wurde, dass sie in Angst und Schrecken rund um die Uhr versetzt wurden, dass man ihnen ihr Taschengeld klaute, dass ihr Kleidergeld geklaut wurde, dass man ihnen schwerste körperliche Arbeit schon als 7-jährige zugemutet und sie, wenn sie diese Arbeiten nicht ausgeführt haben, bedroht und zusammengeschlagen hat, dass man ihnen den Krückstock mitten durchs Gesicht zog, dass man kleinen Kindern auf die Finger schlug, bis diese die doppelte Dicke erreichten.

Dies alles soll in den 50er bis 70er Jahren üblich gewesen sein. Und selbst dann, wenn solche Verbrechen gelegentlich verübt wurden, sind die Heimträger - überwiegend die kirchlichen Heimträger - angetreten und haben frech durch die Lande posaunt, dass sie alles viel besser machen können, als die Familien.

 

Die Täter, Mittäter, Zuschauer und Weggucker, die diese Verbrechen nicht verhindert haben, die feige vor sich selbst waren, die keinerlei Anzeichen von Zivilcourage zeigten, sie fühlen sich seit dem Buch von Peter Wensierski verurteilt und an den Pranger gestellt. Dort gehören sie auch hin.

 

Es gab nämlich auch die anderen. Die, die das Schreien der Kinder hörten, die protestierten, als sie Gewalt sahen oder auch die - wenn sie schon den Mut zum Protest nicht aufbrachten - jede Gelegenheit nutzten, um den Kindern oder Jugendlichen Trost zu spenden und sie aufzuheitern. Dies waren auch Diakonenschüler, Diakonische Helferinnen oder ganz schlichte, unausgebildete Menschen. Dies waren Menschen mit Zivilcourage, mit Charakter, mit Format. Wer soviel Anstand in dieser schwarzen Zeit nicht glauben kann, möge die Homepage www.gewalt-im-jhh.de besuchen. Aber Vorsicht, sie ist nichts für schwache Nerven. Auf dieser Homepage betreten Sie virtuell den Vorhof zu Hölle.

 

Helmut Jacob                                                                    

21. 04. 2009

 

Aus dem Artikel:

"Wie und ob er sie bewältigte, darüber hat Hertler in der zweiten Sitzung des runden Tisches in Berlin berichtet, der sich mit der Kinderheimerziehung in den fünfziger und sechziger Jahren befasst – und sich in seiner nächsten Sitzung im Juni mit den rechtlichen Voraussetzungen einer möglichen Entschädigung der Heimkinder beschäftigen wird. Hertler gehört zu den wenigen Erziehern und Verantwortlichen aus jener Zeit, die sich überhaupt öffentlich über ihre Rolle äußern und Vorverurteilungen nicht fürchten. Denn seit Erscheinen des Buchs „Schläge im Namen des Herrn“ von Peter Wensierski im Jahr 2006 fühlen sich viele frühere Erzieher pauschal verurteilt und zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Zeitumstände würden nicht berücksichtigt, lautet vielfach die Kritik, und es werde kaum gefragt, was in der Erziehung damals weithin für normal gehalten wurde."

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Published by Helmut Jacob
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